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Wie groß sollte meine Photovoltaikanlage sein?

Wie groß sollte meine Photovoltaikanlage sein, um einen optimalen Eigennutzen zu erreichen?

Hierzu verwendet man eine Fausformel: Bei ausreichender Dachfläche sollte die Anlage mindestens 30 Prozent mehr Strom produzieren, als der Jahresverbrauch hoch ist. Diese benötigte Menge teilt man dann durch den persönlichen Energieertrag.

 

Empfohlene Mindestgröße= (Stromverbrauch*130) / pers. Energieertrag

Persönlichen Energieertrag bestimmen

Der persönliche Energieertrag hängt von drei Faktoren ab: 1. der regionalen Lage, 2. der Ausrichtung und Neigung der Module, 3. der Verschattung der Module

Auf diese gehen im im Folgenden genauer ein. Zum besseren Verständnis betrachten wir das Beispiel der Familie Müller:

Familie Müller lebt in Bayern, besitzt ein schattenfreies Satteldach mit 30 Grad Dachneigung und 50 Grad Südwest-Ausrichtung.

1. Die regionale Lage

Der Energieertrag einer Photovoltaikanlage hängt stark von der regionalen Lage bzw. der örtlichen Globaleinstellung ab. Umgelegt auf deine Photovoltaikanlage mit einem Abweichungswert von 100 Prozent ergibt das den regionalen Energieertrag einer Photovoltaikanlage. Der Abweichungswert gibt an, wie viel Prozent der Globaleintrahlung für die Solaranlage nutzbar sind. Gemessen wird der regionale Energieertrag in Kilowattstunden pro Kilowattpeak und Jahr.

 

Familie Müller aus Bayern hat dementsprechend einen regionalen Energieertrag von 950 kWh / (kWp*a).

2. Ausrichtung und Neigung der Module

Um effizient Strom erzeugen zu können, sollten für die Photovoltaikmodule geeignete Dachflächen vorhanden sein. Hierfür sind Sattel-, Flach-, Garagen-, Terrassendächer oder auch Fassaden und Carports geeignet.

Die Praxis zeigt, dass nicht nur nach Süden ausgerichtete Module wirtschaftliche Erträge liefern, sondern auch Ost- oder West- und sogar flache Norddächer, nur geringfügig schlechter als ein Süddach. Eine Aufständerung der Module ist dehalb nicht zu empfehlen. Tipp: Je weiter das Modul von Süden entfernt ist, desto flacher sollte es montiert sein. Ein Photovoltaikfeld auf einem Ostdach mit einer Neigung von 20 Grad liefert zum Beispiel noch 90 Prozent gegenüber einer vergleichbaren Südanlage.

Hier sehen Sie, wie die Ausrichtung und Neigung deiner Photovoltaikanlage den Enerieertrag beeinflussen. Der auf Sie zutreffende Wert wird als "persönlicher Effizienzwert" bezeichnet.

Das schattenfreie Satteldach von Familie Müller mit 30 Grad Dachneigung und 50 Grad Südwest-Ausrichtung hat einen Effizienzwert von 95 Prozent.

3. Verschattung der Module

Bei der Planung Ihrer Anlage ist darauf zu achten, dass die Solarmodule möglichst unverschattet installiert werden. Angrenzende Bäume, Gebäude oder sogar auf dem Dach vorhandene Antennen, Kamine oder Gauben können zeitweise einzelne Module beschatten und damit die Leistung aller Module beeinträchtigen, die an einem Leistungsstrang (String) hängen.

Grund dafür ist die Reihenschaltung. Das Modul mit der geringsten Leistung bestimmt die Gesamtleistung des jeweiligen Strings. PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern haben in der Regel 2 bis 3 Strings. Sollte eine Verschattung bei Ihnen vorliegen, können Sie diesen Bereich entweder freilassen, Sie legen die jeweiligen Module in einen gesonderten String oder nutzen einen Wechselrichter mit Leistungsoptimierern, die durch eine besondere Technik diesen Nachteil nahezu wettmachen. Sollte bei Ihnen währende des Tages zeitweise oder zu bestimmten Jahreszeiten eine Teilverschattung vorliegen, reduziert sich Ihr Jahresertrag nur minimal. Je nach Größe und Dauer der Beschattung sollte man einen Abschlag zwischen 1 bis 5 Prozent einkalkulieren. Fällt z.B. durch den tiefen Sonnenstand im Winter ein Schatten auf Ihr Dach, kann man diese Verschattung nahezu vollständig in der Jahresbetrachtung unberücksichtigt lassen. 

Im Beispiel der Familie Müller haben wir ein schattenfreies Dach, wodurch wir keinen Abschlag einkalkulieren müssen.

Ihr persönlicher Energieertrag

Persönlicher Energieertrag = Persönlicher Effizienzwert * Regionaler Energieertrag

Im Beispiel von Familie Müller wird der perönliche Energieertrag wie folgt berechnet:

Persönlicher Effizienzwert: 95%         Regionaler Energieertrag: 950 kWh/(kWp*a)

0,95 * 950 kWh/(kWpa) = 903 kWh/(kWpa)

Berechnung der empfohlenen Mindestgröße meiner Photovoltaikanlage

Empfohlene Mindstgröße = Stromverbrauch * 130 Prozent / persönlicher Energieertrag

 

Am Beispiel der Familie Müller:

Stromverbrauch pro Jahr: 5000 kWh/a     Persönlicher Energieertrag: 903 kWh / (kWp*a)

5000 kWh/a * 1,3 / 903 kWh/(kWp*a) = 7,2 kWp

 

Die Photovoltaikanlage der Familie Müller sollte also mindestens eine Größe von 7,2 kWp haben.

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