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Was das Geschäftskonzept Franchise bedeutet

Hürden und Chancen: Was das Geschäftskonzept Franchise bedeutet

Von Sabine Meuter, dpa
Ob Autovermietung, Fitnessstudio oder Baumarkt: Franchise-Modelle gibt es in vielen Branchen. Die Selbstständigkeit klingt oft erstmal verlockend. Aber worauf lasen sich Gründer da genau ein?

Betzdorf/Berlin (dpa/tmn) - Aus einer gut bezahlten und sicheren Festanstellung in die Selbstständigkeit: Alan Hughes hat den Schritt gewagt. Wobei er nicht als Einzelunternehmer durchstartete. Vielmehr nutzt er seit seiner Existenzgründung ein etabliertes Geschäftskonzept.Hughes ist Franchisepartner von Enerix, hat einen eigenen Photovoltaikbetrieb in Betzdorf im Westerwald und beschäftigt inzwischen fast 60 Mitarbeiter. "Bereut habe ich meinen beruflichen Wechsel nie, im Gegenteil", sagt Hughes.

Franchise als Vertriebssystem

Stichwort Franchise: Hierbei ist von einem Vertriebssystem zwischen einem bestehenden Unternehmen,
dem Franchisegeber, und in der Regel mehreren Unternehmensgründern, den Franchisenehmenden, die
Rede. Der Franchisegeber erlaubt seinen Kooperationspartnern per Vertrag, gegen Gebühr sein entwickeltes Geschäftsmodell für eine festgelegte Zeit zu nutzen. Franchisenehmende haben damit das Recht, Waren des Franchisegebers zu verkaufen oder Dienstleistungen zu vertreiben.

"Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten", sagt Jan Schmelzle vom Deutschen Franchiseverband in Berlin. Der Franchisenehmer profitiere vom Know-How des Franchisegebers, vermeide Gründungsfehler und minimiere so sein Risiko, mit der eigenen Existenzgründung eine Bruchlandung zu erleben.

Franchise: Für fünf bis zehn Jahre verpflichtet

Der Franchisegeber wiederum kann auf eigenständige Unternehmer bauen, die vor Ort das Geschäft managen und so die Marke des Franchisegebers auf regionaler Ebene voranbringen. Franchisenehmende verpflichten sich gegenüber dem Franchisegeber zumeist zwischen fünf und zehn Jahren. "Oftmals geht ein Vertrag danach in die Verlängerung", so Schmelzle.

Was Alan Hughes begeisterte: "Ich konnte nach der Existenzgründung sofort mit einem bewährten Konzept loslegen und musste mir nicht erst mühselig eine vernünftige Marketing-Strategie erarbeiten oder eineansprechende Website in Auftrag geben."

All das wird nämlich vom Franchisegeber vorgegeben. Und das kann viel wert sein. "Gerade eine digitale Infrastruktur oder auch ein professionelles Marketing können für einen Einzelunternehmer derart ins Geld gehen, dass sie daran scheitern können», sagt Jan Schmelzle. Bei einem Franchisesystem verteilen sich indes diese Kosten auf viele Schultern. Wer in ein erfolgreiches Franchisesystem einsteigt, hat auch bei Banken oftmals gute Karten, einen Kredit für das mitzubringende Eigenkapital zu bekommen. "Eine bekannte und bewährte Marke und ein schlüssiges Konzept überzeugt in aller Regel Geldinstitute, ein Darlehen zu gewähren", so Schmelzle. Nach seinen Angaben müssen Franchisenehmende im Schnitt 20 Prozent Eigenkapital im Verhältnis zur Gesamtinvestition mitbringen.

Nur mit Handbuch und Referenzen

Bevor Franchisenehmer durchstarten sollten sie das franchisegebende Unternehmen auf Herz und Nieren
abklopfen. Passen die wirtschaftlichen Rahmendaten, die Interessen und die Zielsetzung zueinander?
Wie das Bundeswirtschaftsministerium in einer Broschüre empfiehlt, ist es hilfreich, vorab zu reflektieren, welches Wissen und welche Erfahrung man bereits mitbringt. Angehende Franchisenehmer sollten sich dann fragen, ob sie vom Franchisegeber auch die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Gibt es kein
Franchise-Handbuch, sollte man grundsätzlich die Finger vom Unternehmen lassen, heißt es weiter. Seriöse Unternehmen würden auf jeden Fall eines anbieten.

Wichtig sei auch, sich vor Vertragsabschluss vom Franchisegeber Referenzen einzuholen und mit mehreren Franchisenehmern über deren Erfahrungen zu sprechen. "Wir Enerix-Franchisenehmer untereinander stehen uns mit Rat und Tat zur Seite, wenn es mal irgendwo hakt", sagt Hughes. Dass alle unter einer Marke arbeiten, bedeutet aber auch: Wenn der Ruf durch einen beschädigt wird, betrifft dies alle Franchisenehmenden des Unternehmens.


Hohe Leistungsbereitschaft: 60 Stunden pro Woche

Was angehenden Franchisenehmern bewusst sein sollte: "Ohne eine enorm hohe Leistungsbereitschaft geht es nicht", sagt Jan Schmelze. So sieht es auch Alan Hughes. "Man muss ordentlich Gas geben." Wer auf eine geregelte 40-Stunden-Arbeitswoche setzt, ist fehl am Platz. Eher sind es 60 Stunden in der Woche. Immerhin zahlt sich das Engagement in vielen Fällen aus: "Franchisenehmenden können, wenn es bestens läuft, richtig gutes Geld verdienen", so Schmelzle.

Nicht vergessen sollten Franchisenehmende aber, dass sie Teil eines Systems sind und regelmäßig Gebühren an das franchisegebende Unternehmen entrichten müssen. Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge liegen die Einstiegsgebühren liegen je nach Konzept meist zwischen 5000 und 25 000 Euro. Die laufenden Gebühren sollten sich im Rahmen von 1 bis 15 Prozent des monatlichen Netto-Umsatzes halten.

Alan Hughes hat vor seiner Zeit als Franchisenehmer jahrelang im Fernseh- und Radio-Vertrieb gearbeitet.
Er wardeutschlandweit viel unterwegs und irgendwann das beruflich bedingte Umherreisen leid.Hughes machte eine genaue Marktanalyse und kam zu der Erkenntnis, dass in Deutschland eine nachhaltige

Energieversorgung in Form von Photovoltaikanlagen Zukunftspotenzial hat. So fing alles an. "Und heute ist es so, dass ich bei meiner Familie bin und im Gegensatz zu früher viel öfter meine beiden kleinen Töchter sehe."

Mit freundlicher Bereitstellung der Deutschen Presseagentur, DPA
Autorin: Sabine Meuter
Redaktion: Amelie Breitenhuber (Berlin)