Solarmacht China

Sollten wir uns ein Beispiel an China nehmen?

Wie die chinesische Supermacht der heimischen Wirtschaft einen Schub geben kann.  

Wer in der vergangenen Woche auf der Intersolar/ESS in München war hat sie gesehen, die solare Übermacht aus Fernost. Fast jeder zweite Stand war der eines asiatischen Herstellers. Huawei hatte mit seinen Partnerfirmen sogar eine ganze Halle gebucht. Auf einer internationalen Messe nicht weiter verwunderlich, dennoch sollten wir uns die Frage stellen, inwiefern deutsche und europäische Firmen mit diesem massiven internationalen Wettbewerb mithalten und eine Rolle auf dem internationalen Solarmarktspielen können. Denn auch in Produkten aus Deutschland steckt ein Großteil fernöstlicher Komponenten drin. 

Es kommt das mulmige Gefühl auf, dass die Geschichte sich wiederholt. Vor rund 20 Jahren hatte Deutschland seinen ersten Solarboom und viele Modul- und Wechselrichterhersteller kamen mit einer tiefen Wertschöpfung aus Europa. Im Zuge dieses Booms fluteten auch chinesische Hersteller, unterstützt von der Volksrepublik China, den Markt und verdrängten europäische Hersteller. Europa konnte nicht mehr mit den niedrigen Produktionskosten Chinas mithalten und hiesige Unternehmen verlagerten ihre Produktion ins Ausland, meist auch nach Fernost. Die massive Unterstützung für die Herstellerunternehmen von Photovoltaik sollte Europa nicht abschrecken, sondern als Blaupause dienen. Ein Beispiel dafür, dass staatliche Hilfen für Unternehmen einen Unterschied machen. Denn wenn Europa langfristig nicht nur die handwerklichen Dienstleistungen erbringen will, dann muss die Produktion auch wieder vor der Tür stattfinden und dazu braucht man mehr als nur Lippenbekenntnisse aus Berlin und Brüssel. Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden und auch Kundinnen und Kunden müssen bereit sein, für europäische Produkte, evtl. etwas mehr zu zahlen. Letztlich geht es sowohl um die Energiewende als auch um die heimische Wirtschaft und um Arbeitsplätze. 

 

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