Wie finde ich einen zuverlässigen Photovoltaik Anbieter?

Bei der Wahl des Anbieters lohnt sich eine gründliche Recherche. In diesem Ratgeber erfährst du, woran du einen seriösen Photovoltaik-Anbieter erkennst und worauf du im Angebot achten solltest.

Ein Haus mit einer nicht fertiggestellten Photovoltaikanlage und einem Gerüst. Deshalb ist die Wahl des richtigen Photovoltaik-Anbieters wichtig.

Wie viel bei der Anbieterwahl schiefgehen kann, zeigt der Fall von Familie Meyer. Die Familie wandte sich an unseren Fachbetrieb in Minden, nachdem sie bei einem früheren Anbieter auf große Probleme gestoßen war. Die Fotos in diesem Ratgeber stammen von ihrer Baustelle.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein seriöser Anbieter sieht sich dein Dach vor Ort an, bevor er ein verbindliches Angebot erstellt.
  • Im Angebot stehen Hersteller, Typ und Anzahl jedes Bauteils.
  • Formulierungen wie „oder vergleichbar“ solltest du aus deinem Angebot streichen lassen.
  • Die letzte Rate ist erst fällig, wenn die Anlage korrekt läuft.
  • Firmendaten und mögliche Insolvenzen kannst du kostenlos im Handelsregister und in den Insolvenzbekanntmachungen prüfen.
  • Die Stiftung Warentest hat keinen Test, der Photovoltaik-Anbieter namentlich vergleicht.
  • Erkundige dich vor dem Vertrag, wer die Montage ausführt.

Woran erkennst du einen seriösen Photovoltaik-Anbieter?

Einen seriösen Photovoltaik-Anbieter erkennst du an diesen Punkten:

  • Er sieht sich dein Dach vor Ort an, bevor er ein Angebot erstellt.
  • Im Angebot steht jedes Bauteil mit Hersteller und Typ.
  • Du zahlst erst nach Baufortschritt.
  • Qualifizierte Fachkräfte montieren die Anlage.
  • Er kann echte Referenzen vorweisen.
  • Er bleibt auch nach der Installation dein Ansprechpartner.

Je mehr Punkte ein Anbieter erfüllt, desto sicherer bist du.

Online-Beratung oder Termin vor Ort

Familie Meyer lebt in einem Eigenheim in Norddeutschland. Mit einer Solaranlage und einem Energiemanagementsystem wollte sie ihre Stromkosten senken und unabhängiger vom Strommarkt werden. Bei der Recherche im Internet stieß die Familie auf mehrere Unternehmen, die mit einem Online-Konfigurator in wenigen Minuten ein Angebot erstellen. Nach einigen E-Mails mit verschiedenen Anbietern bekam einer dieser Online-Anbieter den Auftrag.

Das Angebot erhielt die Familie nach einem Telefonat und einer Online-Ansicht des Hauses. Einen Termin vor Ort gab es nicht. Das ist das erste Warnsignal. Dachziegel, Ausrichtung, Neigung und Verschattung unterscheiden sich von Haus zu Haus. Deshalb gibt es auch keinen Einheitspreis für eine Anlage. Der Preis hängt neben den Komponenten auch noch von der Montage, dem Gerüst und den Gegebenheiten im Haus ab. Was eine Anlage typischerweise kostet, liest du in unserem Ratgeber zu den Kosten einer Solaranlage.

Lass dir aus diesem Grund dein Dach vor einem verbindlichen Angebot vor Ort ansehen. Viele Fachbetriebe bieten solche Termine kostenlos an. Dabei erkennt der Installateur die Beschaffenheit des Daches und kann eine passende Lösung planen. Ohne diesen Termin riskierst du Nachträge und Angebote, bei denen nicht klar ist, was am Ende auf der Rechnung steht.

Tipp: Ein Online-Konfigurator kann dir eine erste Vorstellung von Anlagengröße und Preis geben. Ein verbindliches Angebot sollte aber erst nach dem Termin vor Ort entstehen.

Ein Angebot, in dem jedes Bauteil genau benannt ist

Schau dir das Angebot genau an und prüfe, ob alle Positionen beschrieben sind. Unseriöse Anbieter verstecken Kosten gerne in ungenauen Formulierungen.

Bei Familie Meyer standen im Angebot Module eines deutschen Herstellers, die etwas teurer sind als Module aus Fernost. Geliefert und aufs Dach geschraubt wurden dann aber Module eines chinesischen Herstellers. Lass deshalb Formulierungen wie „oder vergleichbar“ aus deinem Angebot streichen. Mit diesem Zusatz darf der Anbieter andere Bauteile einbauen als angeboten.

Ein vollständiges Angebot enthält mindestens diese Punkte:

  • Module mit Hersteller, Typ, Leistung und Anzahl
  • Wechselrichter und gegebenenfalls Stromspeicher mit Hersteller und Typ
  • Unterkonstruktion und Montage
  • Gerüst mit Größe und Standzeit
  • Elektroarbeiten, auch nötige Arbeiten am Zählerschrank
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
  • Inbetriebnahme und Übergabe der Unterlagen zur Anlage
  • Zahlungsplan, Liefer- und Montagetermin
  • Garantien der Hersteller und Leistungen nach der Installation

Tipp: Achte beim Gerüst darauf, dass es die gesamte Fläche des Dachteils abdeckt, auf dem gebaut wird. Kläre solche Fragen vor der Unterschrift. Fallen Lücken erst auf der Baustelle auf, werden daraus meist teure Nachträge.

Montage und Installation: auf Qualität kommt es an

Deine Photovoltaikanlage ist nur so gut wie ihre Montage und Installation. Gute Installateure erkennst du letzten Endes an ihrer geleisteten Arbeit. Auf dem Dach müssen alle Vorschriften und Sicherheitsstandards eingehalten werden, insbesondere die Vorgaben der Berufsgenossenschaft (BG). Das soll Unfälle und rechtliche Probleme verhindern.

Unerfahrene Anbieter können deinem Hausdach erheblich zusetzen. Kaputte Dachziegel und beschädigte Dachbalken sind von außen meist nicht erkennbar.

Falsch montierter Dachhaken einer PV-Anlage auf einem Ziegeldach
Falsch montierter Dachhaken einer PV-Anlage auf einem Ziegeldach
Dachhaken einer PV-Anlage liegt direkt auf dem Dachziegel auf
Dachhaken einer PV-Anlage liegt direkt auf dem Dachziegel auf

Kommt es auf der Baustelle zu einem Unfall, kann auch der Hausbesitzer verantwortlich gemacht werden. Das wird schnell teuer und rechtlich kompliziert. Achte deshalb darauf, dass dein Anbieter alle Sicherheitsvorschriften einhält.

Familie Meyer hat die Mängel an ihrer Baustelle erst bemerkt, als die Kabel vom Hausdach durch die Abwasserrohre in den Keller geführt wurden.

Solarkabel wurden durch ein Abwasserrohr in den Keller geführt

Herr Meyer erinnert sich: „Plötzlich ragten Kabel aus der Wand und den Abwasserrohren, da erkennt man auch ohne Meistertitel, dass etwas nicht stimmt. Wasser und Elektronik ist nie gut.“

Frag deshalb vor dem Vertrag nach, wer die Montage ausführt. Das können eigene Monteure des Anbieters sein oder Montagebetriebe, mit denen der Anbieter fest zusammenarbeitet. Arbeitet dein Anbieter mit festen Montagepartnern, lass dir schriftlich bestätigen, dass er für die gesamte Arbeit geradesteht und die Montage dokumentiert. Typische Montagefehler und wie du sie erkennst, findest du in unserem Ratgeber zu Fehlerquellen bei Solaranlagen.

Gut zu wissen: Damit du beim Kauf deiner PV-Anlage abgesichert bist, gibt es bei teilnehmenden enerix-Fachbetrieben den Schutzbrief enerixProtect. Er sichert deine Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe vor, während und nach der Installation ab. Dazu gibt es unter anderem eine Montageversicherung und eine Baufertigstellungsbürgschaft. Ob der Schutzbrief enerixProtect enthalten ist, siehst du als eigene Position im Angebot.

Bewertungen und Referenzen: Was sagen die Kunden?

Fast jeder Photovoltaik-Anbieter lässt sich heutzutage online bewerten. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Erfahrungen früherer Kunden. Achte dabei darauf, ob die Bewertungen über einen längeren Zeitraum entstanden sind und ob der Anbieter auf Kritik sachlich antwortet.

Prüfe auch, ob die Referenzen echte Anlagen zeigen. Ein seriöser Fachbetrieb erklärt in seinen Referenzen die Technik hinter der Anlage und gibt dir so einen Einblick in seine Arbeit. Am besten lässt du dir beim Beratungsgespräch bereits gebaute Photovoltaikanlagen zeigen. Am aussagekräftigsten sind Anlagen in deiner Region, die du dir im Zweifel selbst ansehen kannst.

Erfahrung, Firmendaten und Rechtsform

Ist ein Photovoltaik-Anbieter schon lange am Markt, ist das ein gutes Zeichen. Ein solcher Betrieb hat viele Anlagen gebaut und kennt die typischen Stolperstellen. Es gibt aber auch junge Betriebe, die sich mit guter Arbeit einen Namen gemacht haben. Kann ein Betrieb jedoch weder Referenzen noch Erfahrung vorweisen, solltest du vorsichtig sein.

Die wichtigsten Firmendaten kannst du kostenlos online prüfen:

Für deine Sicherheit als Kunde spielt die Rechtsform kaum eine Rolle. Geht ein Anbieter insolvent, sind Anzahlungen in aller Regel verloren, ganz gleich, wie die Firma organisiert ist. Achte darum vor allem auf faire Zahlungsbedingungen ohne Vorkasse.

Bei Familie Meyer ging der Anbieter mitten in der Montage insolvent: Unfertige Photovoltaikanlage auf einem Hausdach, das Gerüst steht noch

Familie Meyer: „Plötzlich kam das Insolvenzverfahren der Firma und wir standen vor einem belegten Dach. Schön und gut, aber ein elektrischer Anschluss war nicht vorhanden. Wir hatten keinen Zugang zu Solarstrom, obwohl die Panele installiert waren.“

Qualifikation und geprüfte Komponenten

Ein seriöser Anbieter kann seine Qualifikation nachweisen. Arbeiten an der Elektroinstallation hinter dem Hausanschluss darf außer dem Netzbetreiber nur ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist (§ 13 NAV). Dazu gehört auch der elektrische Anschluss deiner PV-Anlage.

Erkundige dich nach diesem Eintrag und danach, ob der Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen ist. Auch die Komponenten sollten geprüft sein. Dabei ist es egal, ob es sich um PV-Module, Batteriespeicher, Wechselrichter oder Wallboxen handelt. Zertifizierte Produkte sind auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit getestet. Seriöse Fachbetriebe arbeiten deswegen mit bekannten Herstellern zusammen und können dir die Zertifikate der verbauten Produkte zeigen. Einen Überblick über die gängigen Modultypen findest du im Ratgeber zu den Photovoltaikmodul-Arten.

Service und Garantie nach der Installation

Eine Photovoltaikanlage läuft mehrere Jahrzehnte. Ein seriöser Anbieter fühlt sich auch nach der Inbetriebnahme für sie verantwortlich und übernimmt Wartung und Hilfe bei Störungen.

Wusstest du? Bei Solarmodulen unterscheiden Hersteller zwei Garantien. Laut Verbraucherzentrale geben Hersteller für Material- und Verarbeitungsfehler oft freiwillige Produktgarantien von bis zu zehn Jahren. Mit der Leistungsgarantie sichern viele über bis zu 30 Jahre eine bestimmte Leistung zu. Batteriespeicher verschleißen schneller. Für sie war bisher eine Garantie von zehn Jahren üblich (Verbraucherzentrale, 2024).

Garantien sind freiwillige Zusagen der Hersteller. Daneben haftet dein Anbieter gesetzlich für Mängel. Liefert und montiert er die Anlage fest auf deinem Dach, kann die Frist fünf Jahre betragen. Ganz eindeutig geregelt ist die Frist für Wohnhäuser allerdings nicht. Du solltest deshalb darauf achten, dass dein Anbieter Garantie- und Gewährleistungsfälle auch viele Jahre später für dich abwickeln kann.

Welche Arten von Photovoltaik-Anbietern gibt es?

Photovoltaik-Anbieter lassen sich grob in fünf Gruppen einteilen: Online-Anbieter mit Konfigurator, Anbieter von Miet- oder Pachtmodellen, Vermittlungsportale, Hersteller mit eigenem Vertrieb und regionale Fachbetriebe. Welcher Anbieter zu dir passt, hängt davon ab, wie viel persönliche Betreuung du dir wünschst.

Anbieterart So läuft es ab Darauf solltest du achten
Online-Anbieter mit Konfigurator
  • Erstes Angebot über Website und Telefon
  • Montage durch eigene Teams oder Partnerbetriebe
  • Gibt es vor dem Angebot einen Termin vor Ort?
  • Wer montiert die Anlage?
  • Wer ist nach der Installation für dich zuständig?
Miet- oder Pachtmodell
  • Zahlen einer monatlichen Rate
  • Anlage gehört während Laufzeit dem Anbieter
  • Was kostet die Anlage über die ganze Laufzeit?
  • Wer übernimmt Wartung und Reparaturen?
  • Was passiert am Vertragsende mit der Anlage?
Vermittlungsportal
  • Einmaliges Stellen einer Anfrage auf Vermittlungsportal
  • Weitergabe der Anfragen an Betriebe
  • Welcher Betrieb erstellt das Angebot?
  • An wen werden meine Daten weitergegeben?
Hersteller mit eigenem Vertrieb
  • Planung und Verkauf durch Betrieb selbst
  • Verbaut eigene, aufeinander abgestimmte Produkte
  • Kannst du später Bauteile anderer Hersteller ergänzen?
  • Wer montiert die Anlage?
Regionaler Fachbetrieb
  • Beratung durch Fachbetrieb vor Ort
  • Montage durch eigene Monteure oder feste Partner aus der Region
  • Gibt es Referenzen aus deiner Gegend?
  • Welche Qualifikationen hat der Betrieb?
  • Wann ist ein Montagetermin frei?

Ob sich ein Mietmodell für dich rechnet, findest du im Ratgeber Photovoltaik mieten heraus.

Online-Anbieter

Online-Anbieter für Solaranlagen gibt es viele. Dort gibst du deine Daten in einen Online-Konfigurator ein und erhältst bereits ein erstes Angebot. Den vollständigen Abschluss übernimmt jedoch oft ein Vertriebsteam am Telefon. Frag daher immer nach, ob sich jemand dein Dach vor Ort ansieht und wer die Montage ausführt, bevor du ein verbindliches Angebot annimmst. So erkennst du auch, ob du es mit einem reinen Vertriebsunternehmen zu tun hast oder mit einem eigenständigen Anbieter.

Regionale Photovoltaik-Fachbetriebe

Ein regionaler Fachbetrieb sitzt in deiner Nähe und sieht sich dein Dach in aller Regel vor dem Angebot an. Meist hast du eine feste Kontaktperson, die für dein Energiesystem zuständig ist. Die Montage übernehmen dann eigene Teams oder Monteure aus der Region. Frag auch hier nach Referenzen in deiner Gegend.

Sechs Warnsignale für unseriöse Anbieter laut Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest nennt sechs Warnsignale, an denen du unseriöse Photovoltaik-Anbieter erkennst (t-online, 2024). Trifft eines davon auf ein Angebot zu, solltest du genau hinschauen und im Zweifel einen anderen Anbieter wählen.

  1. Vorkasse: Die Installation einer PV-Anlage ist ein Werkvertrag. Du zahlst nach Baufortschritt und die letzte Rate erst, wenn die Anlage korrekt funktioniert.
  2. Unspezifisches Angebot: Fehlen Hersteller, Typen oder Mengen, kannst du das Angebot weder prüfen noch vergleichen.
  3. Subunternehmen: Die Stiftung Warentest rät, Leistungen von Subunternehmen im Vertrag auszuschließen.
  4. Unbekannte Firmen: Prüfe Firmendaten, Bewertungen und Referenzen, bevor du unterschreibst.
  5. Zeitdruck: Lass dich nicht zu einer schnellen Unterschrift drängen, auch nicht mit Angeboten für „null Euro“ oder einem „Rundum-sorglos-Paket“.
  6. Unvollständige Dokumentation: Ohne vollständige Unterlagen lassen sich Wartung und Garantiefälle kaum abwickeln.
Gut zu wissen: Hast du einen Vertrag an der Haustür oder online abgeschlossen, kannst du ihn in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen (Verbraucherzentrale, 2024).

So arbeiten die enerix-Fachbetriebe

Viele dieser Empfehlungen gehören bei den enerix-Fachbetrieben zum Standard:

  • Persönliche Beratung: Die Fachleute sehen sich dein Dach vor Ort an und nehmen sich Zeit für deine Anforderungen.
  • Transparente Angebote: Jedes Bauteil steht mit Hersteller und Typ im Angebot.
  • Qualifizierte Montage: Die Anlage montieren eigene Teams oder zertifizierte enerix-Montagepartner. Dein enerix-Fachbetrieb bleibt dein Vertragspartner und trägt die Verantwortung für die gesamte Montage. Stringmessung, Fotodokumentation und Abnahmeprotokoll halten die Arbeit fest.
  • Qualitätskontrolle: Vor der Übergabe prüft der Fachbetrieb deine Anlage.

Was wird gegen unseriöse Photovoltaik-Anbieter getan?

Seit 2024 setzt sich der Bundesverband des Solarhandwerks (bdsh) für mehr Qualität in der Solarbranche ein. Seine Mitglieder verpflichten sich in einem Verhaltenskodex unter anderem zu transparenten Angeboten ohne verdeckte Zusatzkosten und lehnen eine vollständige Vorauszahlung ab. Außerdem wirbt der Verband für einen eigenen Ausbildungsberuf für Solarhandwerker.

Die Mitglieder des Bundesverbands des Solarhandwerks bilden eine Qualitätsgemeinschaft und können ein Gütesiegel erhalten, das der TÜV vergibt. Im Verhaltenskodex des bdsh heißt es zum Beispiel, die Angebote der Mitglieder seien „transparent, nachvollziehbar und detailliert in Bezug auf Kosten und Leistungen“. Eine Übersicht der Mitgliedsbetriebe nach Postleitzahl findest du auf der Website des Verbands.

Gegründet haben den Bundesverband des Solarhandwerks im Frühjahr 2024 sieben Solarfachbetriebe, darunter enerix (pv magazine, 2024). Vorsitzender ist enerix-Mitgründer Peter Knuth. Der Verband will Schäden an PV-Anlagen schon im Vorfeld verhindern.

Weitere Warnsignale findest du in unserem Beitrag zu Schwarze Schafe in der PV-Branche.

Fallbeispiel: Was die Anbieterwahl Familie Meyer gekostet hat

Familie Meyer hat sich für einen Online-Anbieter entschieden, der nach der Montage der halben Anlage insolvent ging. Zusammen mit der unsachgemäßen Installation hat das Kosten von über 40.000 € verursacht. Zurück blieben nicht angeschlossene Module, verknotete oder durch Abflussrohre geführte Kabel sowie beschädigte Dachbalken und Dachziegel, um nur einige Schäden zu nennen.

Familie Meyer hatte Glück im Unglück. Sie fand einen Fachbetrieb in der Region, der die restliche Montage, die Installation und die Inbetriebnahme übernommen hat. Volker Höltkemeier, Inhaber von enerix Minden, hat sich dieser Aufgabe angenommen und die ursprüngliche Planung überarbeitet. Die Schäden wurden beseitigt. Die Übernahme der fehlerhaften Baustelle hat den Preis der Solaranlage jedoch stark in die Höhe getrieben.

Mit einem Termin vor Ort und einem regionalen Photovoltaik-Anbieter in der Nähe wäre ihr Risiko deutlich kleiner gewesen.

Fazit: So findest du den passenden Photovoltaik-Anbieter

Ein guter Photovoltaik-Anbieter nimmt sich Zeit für einen Termin vor Ort, nennt jedes Bauteil im Angebot beim Namen und verlangt keine Vorkasse. Prüfe Bewertungen, Referenzen und Firmendaten, bevor du unterschreibst und frag nach, wer deine Anlage montiert. Hol dir mehrere Angebote und vergleiche sie Position für Position.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn nach der Installation Probleme auftreten?

Bei Problemen ist zuerst dein Vertragspartner zuständig. Er muss Mängel an der Montage im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung beheben, bei fest montierten Anlagen unter Umständen fünf Jahre lang. Auch für defekte Bauteile ist er dein Ansprechpartner. Melde Mängel schriftlich und setze eine Frist. Geht der Anbieter insolvent, hilft dir oft nur ein anderer Fachbetrieb weiter.

Wie anfällig ist enerix für eine Insolvenz?

Jeder enerix-Fachbetrieb ist ein eigenständiges Unternehmen im enerix-Franchisenetzwerk. Wie bei jedem Handwerksbetrieb lässt sich eine Insolvenz nicht ganz ausschließen. Für diesen Fall gibt es bei teilnehmenden Fachbetrieben den Schutzbrief enerixProtect mit Baufertigstellungsbürgschaft. Ein anderer enerix-Fachbetrieb stellt deine Anlage dann fertig. Ob der Schutzbrief enthalten ist, siehst du im Angebot.

Welche Qualitätsmerkmale sollte ein PV-Anbieter erfüllen?

Ein guter PV-Anbieter berät dich vor Ort und erstellt danach ein Angebot, in dem jedes Bauteil genau benannt ist. Er verbaut zertifizierte Komponenten bekannter Hersteller und lässt die Anlage von qualifizierten Fachkräften montieren. Dazu kommen faire Zahlungsbedingungen ohne Vorkasse, nachprüfbare Referenzen und ein fester Ansprechpartner für Wartung und Garantiefälle.

Wie vergleiche ich PV-Angebote sinnvoll?

Vergleiche Angebote erst, wenn sie auf einem Termin vor Ort beruhen. Achte neben dem Gesamtpreis auf die Leistung der Anlage in kWp und rechne den Preis pro kWp ohne Speicher aus. Prüfe, ob Hersteller und Typ aller Bauteile genannt sind, welche Garantien gelten und welche Leistungen nach der Installation enthalten sind. Lückenhafte Angebote werden durch Nachträge oft teurer.

Kann ein Anbieter auch bei der Finanzierung oder Förderung helfen?

Ja, viele Anbieter beraten dich auch zu Fördermöglichkeiten und Finanzierung, oft als Teil ihres Service. Ein seriöser Anbieter erklärt dir, welche Programme für deine Anlage infrage kommen und welche Voraussetzungen gelten. Lass dir Finanzierungsangebote schriftlich geben und vergleiche den effektiven Jahreszins mit dem Angebot deiner Bank.

Gibt es einen Testsieger unter den Photovoltaik-Anbietern?

Nein. Die Stiftung Warentest hat bislang keinen Test veröffentlicht, der Photovoltaik-Anbieter namentlich vergleicht. Rankings in Zeitschriften oder Onlineportalen beruhen auf eigenen Kriterien der Herausgeber und ersetzen den eigenen Vergleich nicht. Hol dir mehrere Angebote nach einem Termin vor Ort und prüfe Bewertungen, Referenzen und Zahlungsbedingungen selbst.

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