Startseite • Ratgeber • Mieterstrom • Mieterstrommodelle im Vergleich: EEG-Zuschlag, GGV & Pionierkraft – Was ist die beste Wahl? Mieterstrommodelle im Vergleich: EEG-Zuschlag, GGV & Pionierkraft – Was ist die beste Wahl? Mit einer Photovoltaikanlage kannst du deine Mieter mit günstigem Solarstrom versorgen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit deiner Immobilie steigern. Erfahre, welches Mieterstrom Modell – EEG, GGV oder Pionierkraft – sich am besten für dein Mehrfamilienhaus eignet und den geringsten Aufwand bietet. Lucas Flügel 21 Jan. 2026 ・8 Min Lesezeit Teilen InhaltsverzeichnisDie Mieterstrommodelle im direkten VergleichDer Klassiker: Der EEG-MieterstromDie Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV)Die unkomplizierte Alternative: Das PionierkraftmodellWelches Modell ist das beste für dein Mehrfamilienhaus?Fazit: Die richtige Modellwahl für dein Wohngebäude treffen Du besitzt ein Mehrfamilienhaus und möchtest mit einer Photovoltaikanlage nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch deine Mieter mit günstigem Solarstrom versorgen und dabei die Wirtschaftlichkeit deiner Immobilie steigern? Dann stehst du vor einer zentralen Frage: Welches Mieterstrommodell ist das beste für dich? Die Optionen – der klassische EEG-Mieterstrom, die neue Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) und innovative Ansätze wie das Pionierkraftmodell – sind von bürokratischen Hürden und komplexen Regelungen umgeben. Viele Vermieter scheuen den Aufwand, weil sie befürchten, zum Energieversorger mit all seinen Pflichten zu werden. In diesem Ratgeber vergleichen wir die verschiedenen Mieterstrommodelle und zeigen dir, welches Modell in der Praxis den geringsten Aufwand und den größten Nutzen für dich und deine Mieter bringt. Wenn du noch unsicher bist, findest du hier vorab die Grundlagen von Mieterstrom einfach erklärt. Zusammenfassung Das EEG-Mieterstrommodell bietet Förderung, macht Vermieter aber zum Energieversorger mit hohem Verwaltungsaufwand. Die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) vereinfacht Abläufe, erfordert jedoch weiterhin Verträge und ein Messkonzept. Das Pionierkraftmodell vermeidet Energieversorgerpflichten und Umbauten an der Zähler-Infrastruktur. Mieter behalten ihre Stromverträge und erhalten Solarstrom zusätzlich über die Pionierkraft-Box. Das Pionierkraftmodell erzielt meist den höchsten Nettoertrag bei minimalem Aufwand. Die Mieterstrommodelle im direkten Vergleich Bevor wir tief in die Details der einzelnen Modelle eintauchen, verschafft dir diese Gegenüberstellung einen schnellen Überblick über die wichtigsten Unterschiede. Dieser Vergleich hilft dir, die zentralen Kriterien auf einen Blick zu erfassen: MieterstromGemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV)Klassischer MieterstromRolle des VermietersNur Lieferant für PV-StromUmfassender Stromversorger (inkl. Reststrom)ReststrombezugMieter wählt Anbieter freiWird vom Vermieter mitgeliefertVertragEinfacher GGV-VertragKomplexer MieterstromvertragBürokratieDeutlich reduziertHoch (Meldepflichten, etc.) NEUIGKEITEN: Energy Sharing Ab Juni 2026 wird es eine weitere Möglichkeit geben, Strom mit deinen Nachbarn zu teilen. Das Energy-Sharing. Dies beschreibt das gemeinschaftliche Nutzen von lokal erzeugtem erneuerbarem Strom, etwa aus einer Photovoltaikanlage. Der Strom wird dabei nicht nur im eigenen Gebäude verbraucht oder ins Netz eingespeist, sondern bilanziell an andere Mitglieder der Gemeinschaft verteilt. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag: „Energy Sharing-Der einfache Weg, um Strom zu teilen„ Beim Energy Sharing wird es möglich sein, auch über Gebäudegrenzen hinweg Strom gemeinschaftlich zu nutzen. Der Klassiker: Der EEG-Mieterstrom Das Modell des EEG-Mieterstroms ist der etablierte Weg, um deine Mieter an einer PV-Anlage auf dem Dach zu beteiligen. Es ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert und bietet eine staatliche Förderung, ist aber gleichzeitig mit erheblichen Pflichten verbunden, welche die Grundlagen von Mieterstrom definieren. So funktioniert das Modell Das Grundprinzip ist einfach: Du als Vermieter produzierst Solarstrom und verkaufst ihn direkt an deine Mieter. Laut EEG darf der Mieterstrompreis nicht mehr als 90 % des örtlichen Grundversorgungstarifs betragen – er muss also mindestens 10 % günstiger sein. Für den an deine Mieter gelieferten Strom erhältst du zusätzlich eine staatliche Förderung, den sogenannten Mieterstromzuschlag. Die Höhe des Zuschlags sinkt kontinuierlich und hängt von der Größe der Anlage ab. Wichtige Voraussetzungen: Die PV-Anlage befindet sich auf, an oder in unmittelbarer räumlicher Nähe des Wohngebäudes. Der Strom wird direkt an die Letztverbraucher (Mieter) im Gebäude geliefert, ohne das öffentliche Netz zu nutzen. Du wirst als Vermieter rechtlich zum Energieversorger für deine Mieter – mit allen dazugehörigen Pflichten. Messkonzept und Abrechnung: Der hohe administrative Aufwand Hier liegt die größte Hürde des Modells. Um den Mieterstrom korrekt zu erfassen und abzurechnen, benötigst du ein spezielles Mieterstrom-Messkonzept. Meist wird das Summenzählermodell genutzt, bei dem der Gesamtverbrauch des Hauses und die Erzeugung der PV-Anlage gemessen werden. Der administrative Albtraum beginnt bei der Mieterstrom-Abrechnung. Du musst für jeden teilnehmenden Mieter eine verbrauchsgenaue, monatliche Stromrechnung erstellen, die allen gesetzlichen Vorgaben eines Energieversorgers entspricht. Das bedeutet: exakte Erfassung, Ausweis von Steuern und Umlagen sowie die Einhaltung von Fristen, wie sie von offiziellen Stellen wie der Bundesnetzagentur oder der Clearingstelle EEG/KWKG definiert werden. Viele Vermieter schrecken vor diesem bürokratischen Aufwand zurück, da er ohne spezialisierte Dienstleister oder Software (z. B. für die Abrechnung ) kaum zu bewältigen ist. Bei Mieterstrommodellen müssen die Stromerzeugung und der Strombezug genaustens gemessen werden. Über intelligente Messsysteme, sind genauste Berechnungen möglich. Die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) Mit dem Solarpaket 1 wurde 2024 die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV), wie in § 42b EEG definiert, als neue Option eingeführt. Sie soll eine vereinfachte Alternative zum klassischen Mieterstromzuschlag darstellen und den Mieterstrom für Wohngebäude attraktiver machen. Die Vorteile und das Messkonzept der GGV Der größte Vorteil der GGV-Lösung ist, dass du als Vermieter nicht mehr die vollen Pflichten eines Energieversorgers übernehmen musst. Die aufwendige, verbrauchsgenaue Abrechnung entfällt. Stattdessen wird der erzeugte Solarstrom über einen festgelegten Schlüssel – statisch nach Wohnfläche oder dynamisch nach tatsächlichem Verbrauch – auf die teilnehmenden Parteien aufgeteilt. Ist die GGV wirklich einfacher als der Mieterstrom? Obwohl die GGV viele administrative Hürden abbaut, ist sie kein Allheilmittel. Sie müssen weiterhin Verträge mit Ihren Mietern schließen, die Aufteilung des Stroms organisieren und das Messkonzept umsetzen lassen. Der Aufwand ist geringer als beim EEG-Modell, aber immer noch vorhanden. Für Vermieter, die eine „Plug-and-Play“-Lösung suchen, bei der sie sich um fast nichts kümmern müssen, ist auch die GGV oft noch zu komplex. Die unkomplizierte Alternative: Das Pionierkraftmodell Wenn du als Vermieter den geringsten Aufwand bei der Umsetzung von Mieterstrom suchst, bietet das Pionierkraftmodell eine innovative und äußerst attraktive Lösung. Als transparenter Partner und Installateur von Pionierkraft-Systemen zeigt dir enerix die Vorteile dieses Ansatzes auf. Es umgeht die Komplexität der traditionellen Modelle, indem es an einem entscheidenden Punkt ansetzt: Du wirst nicht zum Stromverkäufer. Die Funktionsweise des Pionierkraft-Mieterstroms Die Funktionsweise ist genial einfach: Die PV-Anlage auf dem Dach versorgt primär die Wärmepumpe oder andere Allgemeinstromverbraucher. Überschüssiger Strom wird nicht ins Netz eingespeist, sondern über die „Pionierkraft-Box“ direkt in die Steckdosen deiner Mieter geleitet. Deine Mieter behalten ihre bestehenden Stromverträge und erhalten den Solarstrom als „Bonus“ obendrauf – was ihre Stromrechnung beim Hauptversorger reduziert. Im Pionierkraftmodell wird der Strom direkt an die teilnehmenden Parteien weitergegeben, welche ihre existierenden Stromverträge beibehalten und der Solarstrom lediglich eine Ergänzung darstellt. Der entscheidende Vorteil: Der Kernvorteil des Pionierkraftmodells ist der geringste bürokratische Aufwand. Keine Bürokratie: Du musst dich nicht beim Marktstammdatenregister melden, keine aufwendigen Rechnungen schreiben und hast keine Pflichten eines Energieversorgers. Kein Messkonzept-Umbau: Es ist kein Eingriff in die Zähler-Infrastruktur des Hauses notwendig. Die Installation ist minimalinvasiv. Maximale Freiheit für Mieter: Deine Mieter müssen ihre Stromverträge nicht wechseln und gehen keine neuen Verpflichtungen ein. Dieses Mieterstrommodell ist die ideale Lösung für den Mieterstrom im Mehrfamilienhaus, wenn der Fokus auf Einfachheit, schneller Umsetzung und der Vermeidung von Mieterstrom Bürokratie liegt. Welches Modell ist das beste für dein Mehrfamilienhaus? Die Wahl des passenden Mieterstrommodells hängt stark von deinen Zielen als Vermieter ab. Willst du eine maximale staatliche Photovoltaikförderung und bist bereit, den hohen administrativen Aufwand zu tragen? Oder suchst du eine pragmatische, einfache Lösung, die dir und deinen Mietern schnell Vorteile bringt? Wirtschaftlichkeit: Eine Beispielrechnung für Vermieter Um die Wirtschaftlichkeit greifbarer zu machen, hier eine vereinfachte Beispielrechnung für ein Mehrfamilienhaus mit 10 Parteien und einer 15 kWp PV-Anlage (ca. 15.000 kWh Erzeugung pro Jahr), von der 4.500 kWh direkt von den Mietern verbraucht werden: EEG-Modell: Bei einem Mieterstrompreis von 36 ct/kWh (Annahme) und einem Mieterstromzuschlag von 2,5 ct/kWh ergeben sich Einnahmen von ca. 1.730 € pro Jahr. Davon müssen jedoch hohe administrative Kosten für Abrechnungsdienstleister und Zähler (z. B. 500–800 €) abgezogen werden. Der Nettoertrag ist oft geringer als erwartet. GGV-Modell: Hier entfällt der Zuschlag. Bei einem vereinbarten Strompreis von 35 ct/kWh liegen die Einnahmen bei ca. 1.575 €. Die administrativen Kosten sind geringer als im EEG-Modell, aber dennoch vorhanden (z. B. 200–400 €), was den Nettoertrag beeinflusst. Pionierkraftmodell: Die Rendite setzt sich anders zusammen. Einsparungen beim Allgemeinstrom (z. B. 400 €) plus eine Service-Pauschale von den Mietern (z. B. 10 €/Monat pro Partei = 1.200 €/Jahr) ergeben Einnahmen von ca. 1.600 €. Da die administrativen Kosten und der Aufwand minimal sind, ist der Nettoertrag hier oft am höchsten und planbarsten. Fazit: Die richtige Modellwahl für dein Wohngebäude treffen Stell dir als Vermieter folgende Fragen: Wie viel Zeit und Aufwand möchte ich investieren? Wenn deine Antwort „so wenig wie möglich“ lautet, ist das Pionierkraftmodell klar im Vorteil. Möchte ich rechtlich zum Energieversorger werden? Wenn du das vermeiden willst, fallen das EEG-Modell und – in abgeschwächter Form – auch die GGV weg. Wie wichtig ist mir eine einfache und schnelle Umsetzung? Auch hier punktet Pionierkraft durch den minimalen Eingriff in die Gebäudeinfrastruktur. Letztendlich ist die Entscheidung für das richtige Mieterstrommodell für dein Mietshaus eine Abwägung zwischen Förderhöhe, administrativem Aufwand und der gewünschten Einfachheit. Als erfahrener Installateur für PV-Anlagen und Partner von Pionierkraft empfiehlt enerix den meisten Vermietern, die eine unkomplizierte und pragmatische Lösung suchen, das Pionierkraftmodell als überlegene Wahl – da es den eigenen Zeitaufwand und die laufenden Kosten minimiert. Lucas Flügel Lucas Flügel ist seit Januar 2023 bei enerix für die Außenkommunikation verantwortlich. Sein Studium der Politikwissenschaft und Geschichte im Bachelor und Demokratiewissenschaft im Master, absolvierte der gebürtige Münchner an der Universität... Erfahre mehr über mich Das könnte dich auch interessieren Wärmepumpe Fundament: Aufbau, Tipps & Anforderungen Ob Neubau oder Sanierung – wer sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entscheidet, denkt oft zuerst an Effizienz, Lautstärke oder Fördermöglichkeiten von Wärmepumpen. Dabei beginnt ein zuverlässiger und geräuscharmer Betrieb schon ganz Erfahre mehr Photovoltaik in Bremen 2025 – diese Förderungen kannst du nutzen Planst du eine PV-Anlage in Bremen? 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