PV-Anlage 2027: Lohnt sich Photovoltaik trotz EEG-Novelle?

Die Einspeisevergütung wird ab 2027 nicht mehr ausgezahlt. Das sieht das EEG 2027 vor. Im Beitrag erfährst du wieso sich eine Photovoltaikanlage trotzdem weiterhin lohnt und wieso ein Energiemanagement immer wichtiger wird.

Photovoltaikanlage auf einem Hausdach in Fellbach
Das Wichtigste in Kürze
  • Rechne mit dem schlechtesten Fall: Die Einspeisevergütung fällt für neue Anlagen komplett weg. Eine 10-kWp-Anlage mit 50 % Eigenverbrauch verliert damit 385 Euro Einspeiseerlös pro Jahr.
  • Diese 385 Euro ersetzt du bei 35 ct/kWh Strompreis mit 1.100 kWh mehr Eigenverbrauch. Deine Quote steigt dafür von 50 auf 61 %.
  • Das ist eine Steigerung um 11 Prozentpunkte, nicht um 61 %. Bezogen auf die bisherigen 5.000 Kilowattstunden sind es 22 % mehr.
  • Je teurer der Netzstrom, desto weniger Mehr-Eigenverbrauch ist nötig: bei 45 ct/kWh reichen 856 Kilowattstunden.
  • Eine befristete Übergangszahlung ist im Gesetzentwurf vorgesehen. Sie macht die Rechnung angenehmer, entscheidet aber nicht über die Anlage.
  • Bestandsanlagen, die bis Ende 2026 am Netz sind, behalten ihre zugesagte Vergütung unverändert.
  • Hinweis: Stand dieses Beitrags ist der 9. September 2026. Die Einspeisevergütung bei Teileinspeisung liegt seit dem 1. August 2026 bei 7,70 ct/kWh (Bundesnetzagentur, 2026). Die EEG-Novelle 2027 hat das Bundeskabinett am 29. Juli 2026 beschlossen (Bundesregierung, 2026). Bundestag und Bundesrat entscheiden im September 2026, zusätzlich muss die EU-Kommission zustimmen. Geltendes Recht ist die Novelle noch nicht. Alle Angaben zu 2027 in diesem Beitrag beziehen sich auf den aktuellen Entwurf und können sich im parlamentarischen Verfahren noch ändern. Die Rechnung unten ist deshalb bewusst so gebaut, dass sie von diesen Details nicht abhängt.

Die EEG-Novelle 2027 sorgt derzeit für eine hohe Nachfrage nach Photovoltaikanlagen. Viele Hausbesitzer möchten ihre Anlage unbedingt noch 2026 installieren lassen. Doch was passiert, wenn es in diesem Jahr nicht mehr klappt? Muss man sich darüber ärgern oder sogar befürchten, dass sich eine Photovoltaikanlage 2027 nicht mehr lohnt?

Meine klare Antwort nach fast 25 Jahren in der Photovoltaik: Nein. Eine Photovoltaikanlage lohnt sich auch weiterhin. Du verlierst einige hundert Euro Einspeiseerlös pro Jahr, aber nur für den Anteil deines Solarstroms, den du ins Netz schickst statt ihn selbst zu nutzen. Wie viel Eigenverbrauch diesen Wegfall genau ausgleicht, rechne ich weiter unten Schritt für Schritt vor.

Natürlich verändert die Novelle die Rahmenbedingungen. Details dazu haben wir im Beitrag zum Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle 2027 eingeordnet. Aber eine moderne Photovoltaikanlage wird heute ohnehin nicht mehr in erster Linie gebaut, um möglichst viel Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Sie wird gebaut, um möglichst viel günstigen Solarstrom selbst zu erzeugen und selbst zu verbrauchen.

Die Nachfrage nach PV ist derzeit so hoch wie selten

Die Diskussion über die EEG-Novelle hat die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen deutlich angeheizt. Viele Hausbesitzer wollen sich die heutigen Rahmenbedingungen noch sichern und drängen auf einen Installationstermin in 2026. Bei vielen Solarfachbetrieben führt das zu vollen Auftragsbüchern und längeren Wartezeiten.

Die Konsequenz: Nicht jede Anlage, die heute beauftragt wird, kann noch 2026 installiert werden. Gleichzeitig steigen bei einigen Komponenten die Preise. Wer jetzt über eine PV-Anlage nachdenkt, sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Kalender schauen. Die entscheidende Frage lautet nicht: „Bekomme ich 2026 noch die heutige Einspeisevergütung?“ Sondern: „Wie viel meines eigenen Solarstroms kann ich selbst nutzen?“

Private Photovoltaikanlagen werden nicht für den Stromverkauf gebaut

Für einen privaten Hausbesitzer ist der Eigenverbrauch in aller Regel deutlich interessanter als die Einspeisung. Für 1.000 Kilowattstunden eingespeisten Solarstrom gibt es bei 7,70 ct/kWh derzeit 77 Euro. Dieselben 1.000 Kilowattstunden im eigenen Haushalt genutzt ersparen dir bei einem Strompreis von 30 bis 35 ct/kWh zwischen 300 und 350 Euro Netzstromkosten.

Das Verhältnis liegt also etwa bei eins zu vier. Genau deshalb planen wir Photovoltaikanlagen nach der Prämisse: Wie hoch ist der heutige und künftige elektrische Energiebedarf, und wie lässt sich dieser Bedarf maximal selbst erzeugen?

Beispielrechnung: Wie viel Eigenverbrauch ersetzt die Einspeisevergütung?

Bei einer 10-kWp-Anlage reichen je nach Strompreis 856 bis 1.283 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch im Jahr, um den gesamten Einspeiseerlös zu ersetzen. Deine Eigenverbrauchsquote muss dafür von 50 auf etwa 59 bis 63 % steigen. Das ist weniger, als die meisten Hausbesitzer erwarten.

Ich rechne bewusst mit dem härtesten Fall: Die Einspeisevergütung fällt komplett weg, für jede eingespeiste Kilowattstunde gibt es null Cent. Geht die Rechnung in diesem Fall auf, geht sie in jedem milderen Fall erst recht auf. Damit hängt sie auch nicht davon ab, wie das Gesetz am Ende im Detail aussieht.

Meine Annahmen: 10 kWp Anlagenleistung, 10.000 kWh Jahresertrag, 50 % Eigenverbrauch. Die andere Hälfte geht ins Netz.

Die Gegenüberstellung

Position Mit Einspeisevergütung Ohne Einspeisevergütung
PV-Erzeugung 10.000 kWh 10.000 kWh
Eigenverbrauch 5.000 kWh 5.000 kWh
Einspeisung 5.000 kWh 5.000 kWh
Vergütungssatz 7,70 ct/kWh 0 ct/kWh
Einspeiseerlös 385 € 0 €

Die Frage lautet also: Wie viel Solarstrom musst du zusätzlich selbst verbrauchen, um diese 385 Euro zu ersetzen?

Die Antwort: 1.100 Kilowattstunden

Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, ersetzt eine Kilowattstunde teuren Netzstrom. Bei 35 ct/kWh rechnet sich das so:

Zu ersetzender Einspeiseerlös: 385 € pro Jahr

Notwendiger Mehr-Eigenverbrauch: 385 € ÷ 0,35 €/kWh = 1.100 kWh

Neuer Eigenverbrauch: 5.000 kWh + 1.100 kWh = 6.100 kWh

Neue Eigenverbrauchsquote: 6.100 kWh ÷ 10.000 kWh = 61,0 %

An dieser Stelle entsteht regelmäßig ein Missverständnis, das ich klarstellen möchte. Du musst deinen Eigenverbrauch nicht um 61 % steigern. Deine Quote muss von 50 auf 61 % steigen, also um 11 Prozentpunkte. Bezogen auf die bisher selbst genutzten 5.000 Kilowattstunden ist das eine Steigerung um 22 %.

1.100 Kilowattstunden im Jahr sind rund drei Kilowattstunden am Tag. In einem Haushalt mit Elektroauto, Wärmepumpe, Klimaanlage oder elektrischer Warmwasserbereitung ist das gut erreichbar.

Je teurer der Netzstrom, desto weniger Mehr-Eigenverbrauch nötig

Der Strompreis ist in dieser Rechnung aussschlaggebend. Jede Kilowattstunde, die du nicht kaufst, ist genau so viel wert wie der Preis, den du dafür zahlen müsstest. Steigt dieser Preis, sinkt die Menge an zusätzlichem Eigenverbrauch, die du für den Ausgleich brauchst.

Strompreis Notwendiger Mehr-Eigenverbrauch Neue Eigenverbrauchsquote
30 ct/kWh 1.283 kWh 62,8 %
35 ct/kWh 1.100 kWh 61,0 %
40 ct/kWh 963 kWh 59,6 %
45 ct/kWh 856 kWh 58,6 %

Tipp: Die Kernaussage in einem Satz: Du musst nicht mehr Strom produzieren, sondern einen größeren Teil deines Solarstroms selbst verbrauchen. Statt 50 % reichen rund 61 % Eigenverbrauch, um den bisherigen Einspeiseerlös vollständig auszugleichen.

Die Übergangszahlung ist ein nettes Extra

Der Gesetzentwurf sieht für neue Anlagen eine befristete Übergangszahlung vor. Anlagen unter 50 kW, die 2027 in Betrieb gehen, sollen 5,20 ct/kWh für maximal 36 Monate erhalten, danach greift die Direktvermarktung. Für Anlagen unter 25 kW ist dort ein zusätzlicher Bonus von 1,50 ct/kWh für bis zu 48 Monate geplant. Details stehen im Beitrag zum Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle 2027.

Rechnerisch bedeutet das: In den ersten drei Jahren fehlen dir nicht 385, sondern rund 125 Euro. Der nötige Mehr-Eigenverbrauch sinkt in dieser Zeit auf etwa 357 Kilowattstunden.

Ich halte das für ein nettes Extra, aber das sollte nicht der ausschlaggebende Punkt dafür sein, ob du eine PV Anlage installierst oder nicht. Denn das EEG 2027 wurde noch nicht verabschiedet, die Zahlung wäre ohnehin befristet und sie entscheidet schlussendlich auch nicht darüber, ob sich deine Anlage lohnt. Plane deine Anlage so, dass sie ohne diese Zahlung funktioniert. Kommt sie, hast du ein paar Jahre einen Bonus obendrauf.

Wo die Rechnung an ihre Grenzen kommt

Diese Rechnung funktioniert unter zwei Bedingungen: Erstens brauchst du den Verbrauch überhaupt. Wer im Jahr 3.500 Kilowattstunden verbraucht, kann keine 6.100 Kilowattstunden Solarstrom selbst nutzen, egal wie hoch der Strompreis steigt. Die Rechnung passt zu Haushalten mit Wärmepumpe, Elektroauto, Klimaanlage oder elektrischer Warmwasserbereitung, wo der Jahresverbrauch typischerweise zwischen 6.000 und 12.000 Kilowattstunden liegt. Sie passt zum typischen Smart Energy Home.

Zweitens muss der Verbrauch in die Sonnenstunden passen. Verschiebst du vorhandene Verbräuche mit einem Energiemanagement in den Tag, kostet dich der Mehr-Eigenverbrauch nichts. Musst du dafür einen größeren Speicher nachrüsten, kommen Investitionskosten dazu, die in dieser Rechnung nicht enthalten sind. Bei den meisten unserer Kunden ist die Lastverschiebung der günstigere Hebel und der erste, den wir prüfen.

Ab 2027 wird Eigenverbrauch auch technisch zur Pflicht

Ein Punkt geht in der Diskussion um Vergütungssätze fast unter, obwohl er die Anlagenplanung stärker verändert als jeder Cent-Betrag. Auch er steht noch im Entwurf und ist nicht endgültig: Neue Dachanlagen bis 100 kW Leistung sollen dauerhaft nur noch maximal 50 % ihrer Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt einspeisen dürfen. Wer den Rest nicht selbst verbraucht oder speichert, verschenkt ihn.

Für eine 10-kWp-Anlage bedeutet das eine Einspeisegrenze von 5 kW. An einem sonnigen Junitag liefert das Dach zur Mittagszeit mehr und ohne Speicher oder gleichzeitigen Verbrauch wird der eingespeiste Überschuss abgeregelt. Eine Anlage ohne Speicher und Energiemanagement verliert damit nicht nur Erlös, sondern Ertrag.

Aus meiner Sicht ist das das stärkste Argument für eine durchdachte Systemplanung. Speicher und Energiemanagement sind ab 2027 keine Rendite-Optimierung mehr, sondern Voraussetzung dafür, dass du den erzeugten Strom überhaupt nutzen kannst.

Die PV-Anlage ist Teil eines Smart-Energy-Home

Eine Photovoltaikanlage ist nur ein Teil eines Gesamtsystems. Dazu gehören PV-Module, Stromspeicher, Wärmepumpe, Elektroauto, Klimaanlage und weitere Verbraucher. Ein Energiemanagement sorgt dafür, dass möglichst viel Solarstrom dort landet, wo er gerade gebraucht wird. Das Ziel ist einfach: so wenig Solarstrom wie möglich verschenken und so wenig Strom wie möglich teuer einkaufen.

Was du mit deinem Solarstrom außer im Haushalt noch machen kannst

Die Antwort lautet: deutlich mehr als Licht einschalten und Kühlschrank betreiben. Die folgenden vier Verbraucher sind genau die Hebel, mit denen du die 1.100 Kilowattstunden aus der Beispielrechnung erreichst.

  • Wärmepumpe betreiben. Eine Wärmepumpe lässt sich intelligent mit einer PV-Anlage kombinieren. Ist genug Solarstrom vorhanden, wird Wärme erzeugt und im Puffer gespeichert.
  • Klimaanlage mit Solarstrom betreiben. Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie wichtig ein angenehmes Raumklima wird. Je mehr die Sonne scheint, desto mehr Solarstrom steht zur Verfügung, und genau dann läuft die Klimaanlage.
  • Warmwasser elektrisch erwärmen. Ein Heizstab im Speicher ist der einfachste Weg, mittags anfallende Überschüsse zu nutzen, gerade in Häusern mit bestehender Öl- oder Gasheizung.
  • Elektroauto laden. Ein Elektroauto ist ein großer mobiler Energiespeicher. Statt Solarstrom für wenige Cent ins Netz zu schicken, ersetzt er den Netzstrom für die Fahrt. Aus Solarstrom wird günstige Mobilität.

Seit 01.01.2026 ist es auch möglich das eigene E-Auto bidirektional zu laden. Strom aus Elektroauto ins Netz zu speisen und mit Netzstrom das eigene Auto zu laden und darüber dann die Verbraucher im Haus zu versorgen.

Der Speicher bekommt eine neue Bedeutung

Auch das Verhältnis von Photovoltaikanlage und Batteriespeicher verändert sich. Wegen der früher hohen Anschaffungskosten wurde der Speicher lange möglichst klein gehalten. Heute geht der Trend zu größeren Speichern, weil es nicht mehr nur darum geht, Solarstrom vom Mittag in den Abend zu verschieben, sondern seinen Eigenverbrauch zu optimieren.

Stromspeicher sind in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden. Als Faustregel hat sich ein Verhältnis von 1 kWp Photovoltaikleistung zu 2 kWh Speicherkapazität bewährt. Die richtige Größe entscheidet sich aber am individuellen Stromverbrauch im Haus, nicht an einem starren Richtwert.

Das Energiemanagement wird immer wichtiger

Eine moderne Anlage sollte nicht einfach nur Strom produzieren. Sie sollte wissen: Wie viel Solarstrom kommt gerade vom Dach? Wie viel verbraucht das Haus? Wie voll ist der Speicher? Muss das Elektroauto geladen werden? Soll die Wärmepumpe jetzt laufen?

Ein intelligentes Energiemanagement, oft mit einem Smart Meter als Zentrale, steuert diese Prozesse automatisch. Damit verändert sich auch die Rolle des Solarfachbetriebs. Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Module auf ein Dach zu legen, sondern das gesamte Energiesystem eines Hauses richtig zu planen.

Dynamische Stromtarife für mehr Unabhängigkeit

Nicht nur die Erzeugung, auch der Strombezug lässt sich über ein Energiemanagement regeln. In diesem Zusammenhang gewinnen dynamische Stromtarife an Bedeutung. Während herkömmliche Tarife einen festen Preis pro Kilowattstunde haben, richtet sich der Preis hier nach dem aktuellen Stand am Strommarkt.

Gerade größere Batteriespeicher bekommen dadurch einen zusätzlichen Nutzen. Sie können in Zeiten sehr niedriger Börsenpreise aus dem Netz geladen werden, etwa in Wintermonaten mit wenig PV-Ertrag und viel Windstrom. Das Energiemanagement hält diese günstige Energie dann für teure Stunden vor. Der Speicher verschiebt damit nicht mehr nur Solarstrom vom Tag in die Nacht, sondern trägt ganzjährig zur Senkung der Stromkosten bei.

Muss ich mich ärgern, wenn meine Anlage erst 2027 gebaut wird?

Nein, das wäre die falsche Schlussfolgerung. Die Rahmenbedingungen verändern sich, die Grundidee bleibt: Die Sonne liefert kostenlose Energie, und diese Energie lässt sich im eigenen Haus immer vielfältiger nutzen. Der wirtschaftliche Unterschied liegt bei einer typischen Anlage bei einigen hundert Euro im Jahr, und den holst du über den Eigenverbrauch zurück.

Wer die heutige Regelung nutzen möchte und noch 2026 einen Installationstermin bekommt, sollte ihn wahrnehmen. Wer aber wegen voller Auftragsbücher erst 2027 zum Zuge kommt, sollte nicht den Fehler machen zu denken, Photovoltaik lohne sich nun nicht mehr.

Wusstest du? Bei vielen PV-Anlagen, die seit über 20 Jahren laufen, fällt die Einspeisevergütung jetzt ohnehin weg. Wie es für diese Ü-20-Anlagen weitergeht, erklären wir im Ratgeber Photovoltaikanlage ohne EEG-Förderung: Was jetzt?

Was du jetzt tun solltest

  • Jetzt ins Beratungsgespräch gehen, statt auf einen fixen Installationstermin 2026 zu warten. Je früher du planst, desto eher bekommst du noch einen Slot. Und falls nicht, verlierst du wirtschaftlich wenig.
  • Die Anlage als System denken. Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement von Anfang an mitplanen, statt sie später einzeln nachzurüsten.
  • Den eigenen Jahresverbrauch kennen. Er entscheidet, ob die Beispielrechnung oben auf dein Haus passt. Schau in die letzte Jahresabrechnung und rechne geplante Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto dazu.
  • Eigenverbrauch zur Leitfrage machen, wenn du mit deinem Fachbetrieb Anlagengröße und Speicherkapazität festlegst.
  • Keine überhastete Anlage kaufen. Wer aus Termindruck eine unterdimensionierte Anlage ohne Speicher bestellt, nur um formal noch 2026 ans Netz zu gehen, zahlt auf Dauer mehr als jemand mit einer durchdacht geplanten Anlage.

Nicht der Stromverkauf entscheidet über die Zukunft

Die Zukunft der Photovoltaik liegt nicht darin, möglichst viel Strom ins Netz zu verkaufen, sondern möglichst viel selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen. Die Beispielrechnung zeigt, wie überschaubar der Schritt dafür ist: 11 Prozentpunkte mehr Eigenverbrauch, selbst wenn die Vergütung vollständig wegfällt.

Meine Empfehlung: keine Panik, wenn die PV-Anlage nicht mehr 2026 aufs Dach kommt. Entscheidend ist nicht, ob die Anlage am 15. Dezember 2026 oder am 15. März 2027 installiert wird. Entscheidend ist, wie gut sie zum Energiebedarf deines Hauses passt. Wer richtig plant, profitiert auch ab 2027 viele Jahre von günstiger, selbst erzeugter Energie.

Die wichtigste Kilowattstunde ist am Ende nicht die, für die du eine Vergütung bekommst. Es ist die, für die du keinen Strom mehr kaufen musst.

Du willst wissen, welche Anlagengröße und welcher Speicher zu deinem Verbrauch passen? Unsere Fachbetriebe rechnen das mit deinen Zahlen durch: Vor-Ort-Beratung vereinbaren

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die häufigsten Fragen zur EEG-Novelle 2027 und zur Beispielrechnung haben wir hier zusammengefasst.

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch 2027 noch?

Ja. Die Wirtschaftlichkeit hängt heute vor allem vom Eigenverbrauch ab, nicht von der Einspeisevergütung. Selbst wenn die Vergütung für neue Anlagen vollständig wegfällt, gleicht eine 10-kWp-Anlage die fehlenden 385 Euro mit 1.100 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch aus.

Gibt es 2027 noch eine Einspeisevergütung?

Der Entwurf sieht für Anlagen unter 50 kW eine befristete Übergangszahlung von 5,20 ct/kWh über höchstens 36 Monate vor, danach folgt die Direktvermarktung. Bundestag, Bundesrat und EU-Kommission müssen noch zustimmen. Plane deine Anlage so, dass sie auch ohne diese Zahlung funktioniert.

Wie viel Eigenverbrauch ersetzt die wegfallende Einspeisevergütung?

Bei einer 10-kWp-Anlage mit 10.000 kWh Ertrag und 35 ct/kWh Strompreis sind es 1.100 Kilowattstunden. Die Eigenverbrauchsquote steigt damit von 50 auf 61 %. Bei einem Strompreis von 45 ct/kWh genügen 856 Kilowattstunden und eine Quote von 58,6 %.

Muss ich meinen Eigenverbrauch um 61 Prozent steigern?

Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Die Eigenverbrauchsquote steigt von 50 auf 61 %, also um 11 Prozentpunkte. Bezogen auf die bisher selbst genutzten 5.000 Kilowattstunden entspricht das einer Steigerung um 22 %, nicht um 61 %.

Was passiert mit meiner bestehenden PV-Anlage?

Nichts. Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gegangen sind, behalten ihre zugesagte Vergütung über die volle Laufzeit von 20 Jahren. Die Änderungen der EEG-Novelle gelten nur für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2027 neu ans Netz gehen.

Stimmt es, dass neue Anlagen ab 2027 nur die Hälfte einspeisen dürfen?

Der Kabinettsentwurf sieht das vor: Neue Dachanlagen bis 100 kWsollen dauerhaft maximal 50 % ihrer Wirkleistung am Netzanschlusspunkt einspeisen dürfen. Bei 10 kWp wären das 5 kW. Strom darüber müsstest du selbst verbrauchen oder speichern. Beschlossen ist das noch nicht, der Geltungsbereich ist ebenfalls offen.

Wie groß sollte der Batteriespeicher zur PV-Anlage sein?

Als grobe Faustregel hat sich ein Verhältnis von etwa 1 kWp Photovoltaikleistung zu 2 kWh Speicherkapazität bewährt. Entscheidend bleibt der individuelle Stromverbrauch des Haushalts. Wer Wärmepumpe und Elektroauto betreibt, braucht mehr Kapazität als ein Zwei-Personen-Haushalt ohne beides.

Kann ich mein Elektroauto mit Solarstrom laden?

Ja. Mit einer intelligent gesteuerten Wallbox lädt das Auto bevorzugt dann, wenn genug Solarstrom da ist. Das ersetzt teuren Netzstrom durch eigene Erzeugung und ist der schnellste Hebel, um die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen. Manche Wallboxen machen das Auto zusätzlich zum mobilen Hausspeicher.

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