Klimaanlage mit Photovoltaik betreiben — So kühlst du dein Eigenheim mit Solarstrom

19 % der deutschen Haushalte nutzen bereits eine Klimaanlage im Eigenheim. In Kombination mit einer PV Anlage kann diese wahre Wunder wirken und dich sicher über den warmen Sommer bringen. Erfahre wie du deine Anlage mit günstigem Solarstrom betreibst.

Ballastierung Flachdach PV Anlage mit Kies

Bereits 19 % der deutschen Haushalte nutzen eine Klimaanlage — ein Anstieg von fast 50 % gegenüber dem Vorjahr (Verivox, 2024). Kein Wunder: Die Zahl der Hitzetage mit über 30 °C hat sich seit 1980 verzwölffacht. Wo 1980 im Schnitt 1,4 Hitzetage pro Sommer gemessen wurden, waren es 2022 bereits 16,4 (Umweltbundesamt, 2023).

Aber wer will schon 36 bis 40 Cent pro Kilowattstunde für den Betrieb einer Klimaanlage zahlen? Genau hier kommt Photovoltaik ins Spiel. Solarstrom vom eigenen Dach kostet nur rund 10 Cent pro Kilowattstunde — weniger als ein Drittel des Netzstroms. Und das Beste: Die Sonne liefert genau dann am meisten Strom, wenn du ihn zum Kühlen brauchst.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eine Klimaanlage mit Photovoltaik kombinierst, was das System kostet und welche Förderungen du 2026 nutzen kannst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Split-Klimaanlage lässt sich ideal mit einer Photovoltaikanlage betreiben, weil Sonnenstrahlung und Kühlbedarf zeitlich zusammenfallen.
  • Mit Solarstrom für rund 10 ct/kWh statt 36–40 ct/kWh Netzstrom sparst du bis zu 80 % Betriebskosten (GASAG, 2025).
  • Für eine kleine Split Anlage reichen 2–3 kWp PV-Leistung.
  • Über die BEG-Förderung sind Zuschüsse von bis zu 70 % möglich, wenn die Anlage auch zum Heizen eingesetzt wird.

Warum passen Klimaanlage und Photovoltaik so gut zusammen?

Wer den Strom für die Klimaanlage selbst erzeugt, senkt die Betriebskosten um 50 bis 80 % (GASAG, 2025). Der Grund liegt in der perfekten zeitlichen Übereinstimmung: An heißen Sommertagen produziert eine Photovoltaikanlage die höchsten Erträge — genau dann, wenn die Klimaanlage am meisten Strom benötigt.

Strom aus dem Netz kostet aktuell zwischen 36 und 40 Cent pro Kilowattstunde. Solarstrom vom eigenen Dach dagegen nur rund 10 Cent. Jede Kilowattstunde, die du direkt verbrauchst statt einzuspeisen, bringt dir eine Ersparnis von etwa 18 bis 30 Cent — denn die Einspeisevergütung für neue PVAnlagen liegt derzeit bei nur 7,78 Cent pro kWh (Mai 2026).

Was viele übersehen: Eine Klimaanlage löst ein häufiges Problem von PV Anlagenbesitzern. Im Sommer erzeugt die Anlage oft mehr Strom, als der Haushalt verbraucht. Auch mit vollem Batteriespeicher fließt ab dem Vormittag überschüssiger Strom ins Netz. Eine Klimaanlage nutzt genau diesen Überschuss sinnvoll und steigert den Eigenverbrauch erheblich. Statt Strom für 7,78 Cent einzuspeisen, nutzt du ihn selbst und sparst 36 Cent Netzstrom.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum deine Photovoltaikanlage im Sommer so viel Strom ins Netz einspeist? Eine Klimaanlage ändert genau das und macht den sonnigsten Monat des Jahres zum profitabelsten. In unserem Ratgeber „So optimierst du den Eigenverbrauch deiner PV Anlage“ erfährst du, wie du den Strom deiner PV Anlage noch besser nutzen kannst.


Stromkosten im Vergleich (ct/kWh)

Vergleich der Stromkosten: Netzstrom 36-40 ct/kWh, PV-Strom mit Speicher 13-15 ct/kWh, PV-Strom direkt 8-10 ct/kWh, Einspeisevergütung 7,86 ct/kWh

Welche Klimaanlage eignet sich für den Betrieb mit Photovoltaik?

Rund 69 % der Haushalte mit Klimaanlage nutzen ein mobiles Monoblock-Gerät, nur 31 % setzen auf fest verbaute Split-Klimaanlagen (Verivox, 2024). Für den Betrieb mit Photovoltaik ist die Split-Klimaanlage allerdings die deutlich bessere Wahl:

Split-Klimaanlage vs. Monoblock

Mobile Monoblock-Geräte arbeiten ineffizient. Sie blasen warme Abluft durch einen Schlauch nach draußen. Währenddessen strömt durch das gekippte Fenster wieder warme Luft herein. Split-Klimaanlagen bestehen aus einem Innen- und einem Außengerät und arbeiten in einem geschlossenen Kreislauf. Das Ergebnis: bis zu 40 % weniger Stromverbrauch bei gleicher Kühlleistung.

Worauf du bei SEER und SCOP achten solltest

Der SEER-Wert (Seasonal Energy Efficiency Ratio) zeigt die Effizienz im Kühlbetrieb. Je höher der Wert, desto weniger Strom verbraucht das Gerät. Aktuelle Top-Geräte erreichen SEER-Werte von 9,0 und höher. Der SCOP-Wert (Seasonal Coefficient of Performance) beschreibt die Effizienz im Heizbetrieb. Das ist wichtig, falls du die Klimaanlage auch als Wärmepumpe nutzen möchtest.

Die neue Mitsubishi ZR-Serie mit dem natürlichen Kältemittel R290 erreicht einen SEER-Wert von 9,0 und einen SCOP von 5,1 bei Energieeffizienzklasse A+++. Damit gehört sie zu den effizientesten Split-Klimaanlagen auf dem Markt und eignet sich hervorragend für den Betrieb mit Solarstrom.

Leistungsbedarf im Überblick

Gerätetyp Leistungsaufnahme PV-Eignung
Mobile Monoblock-Geräte 700–1.500 Watt Bedingt geeignet
Split-Klimaanlagen 1.000–2.500 Watt Sehr gut geeignet
Zentrale Klimaanlagen 2.000–5.000 Watt Große PVAnlage nötig

Der reale Verbrauch einer Split-Klimaanlage im Inverter-Betrieb liegt oft bei nur 500 bis 800 Watt, weil das Gerät die Leistung stufenlos an den tatsächlichen Bedarf anpasst.

Wie groß muss die Photovoltaikanlage für eine Klimaanlage sein?

Eine kleine Split-Klimaanlage für einen einzelnen Raum benötigt 2 bis 3 kWp PV-Leistung, größere Multi-Split-Systeme für mehrere Räume erfordern 4 bis 6 Kilowattpeak. Wer bereits eine Photovotlaikanlage auf dem Dach hat, kann die Klimaanlage in den meisten Fällen ohne Erweiterung betreiben.

Alle Details darüber, wie du deine PV Anlage optimal an deinen Bedarf anpasst und worauf du achten solltest, erhältst du in unserem Beitrag Wie groß sollte meine Photovoltaikanlage sein?.

Dimensionierung nach Raumgröße

Ein Raum mit 25 Quadratmetern benötigt typischerweise eine Kühlleistung von rund 2,5 kW. Mit einem SEER-Wert von 8 ergibt das eine elektrische Aufnahmeleistung von etwa 310 Watt im Dauerbetrieb. Zwei bis drei Solarmodule mit jeweils 400 Watt reichen dafür rechnerisch aus. An einem sonnigen Sommertag erzeugt die Anlage dann sogar Überschuss.

Viele Eigenheimbesitzer haben bereits eine Photovoltaikanlage mit 8 bis 10 kWp installiert. In diesem Fall ist eine Split-Klimaanlage der ideale Sommerstromverbraucher — sie nutzt den ohnehin vorhandenen Überschuss, anstatt ihn für 7,86 Cent ins Netz einzuspeisen.

Mit oder ohne Batteriespeicher?

Ohne Speicher läuft die Klimaanlage nur tagsüber mit Solarstrom. Abends und nachts kommt der Strom aus dem Netz. Ein Batteriespeicher mit 10 kWh Kapazität kann eine Split-Klimaanlage problemlos 4 bis 6 Stunden nach Sonnenuntergang versorgen. Die Entscheidung hängt davon ab, wann du am meisten kühlen möchtest.

PV-Ertrag und Kühlbedarf im Jahresverlauf

PV-Ertrag und Kühlbedarf nach Monat: Beide Kurven erreichen ihr Maximum im Juni und Juli

Quelle: PV-Ertragsdaten für Süddeutschland, 2026

Die Grafik zeigt es deutlich: PV-Ertrag und Bedarf zur Kühlung erreichen gleichzeitig ihren Höhepunkt. Im Juni und Juli produziert eine Photovoltaikanlage rund 140 bis 145 kWh pro Kilowattpeak — und genau dann sind kühle Räume im Eigenheim am sinnvollsten. Diese zeitliche Übereinstimmung macht die Kombination so wirtschaftlich.

In der Regel lohnt es sich bei bestehenden Photovoltaikanlagen einen Stromspeicher nachzurüsten, um den Eigenverbrauch zu steigern und den erzeugten Strom bestmöglich zu nutzen – auch in sonnenarmen Stunden. Worauf du dabei achten solltest, das erfährst du in unserem Ratgeber: Stromspeicher nachrüsten: Darauf müssen Eigenheimbesitzer achten.

Was kostet eine Klimaanlage mit Photovoltaik?

Eine 8-kWp Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet nach Zuschuss des Bundes 18.000 bis 22.000 Euro und amortisiert sich in 10 bis 12 Jahren . Dazu kommen die Kosten für die Split-Klimaanlage — zusammen ergibt sich ein Gesamtpaket, das langfristig deutlich günstiger ist als der reine Netzbetrieb.

Kosten der Split-Klimaanlage

System Kosten inkl. Montage Geeignet für
Single-Split (1 Raum) 1.500–3.000 € Schlafzimmer, Büro
Multi-Split (2–3 Räume) 3.500–6.000 € Wohnbereich + Schlafzimmer
Multi-Split (4–5 Räume) 6.000–10.000 € Ganzes Stockwerk / Haus

Kosten der Solaranlage

  • 8–10 kWp ohne Speicher: ab 13.000 €.
  • Batteriespeicher 10 kWh: 5.000 bis 7.500 € zusätzlich.
  • Jährliche Betriebskosten PV: 1–2 % der Anlagenkosten.

Jährliche Ersparnis

Ein konkretes Rechenbeispiel: Eine Split-Klimaanlage, die im Sommer täglich 8 Stunden läuft und dabei durchschnittlich 6 kWh verbraucht, kommt auf rund 540 kWh in der Kühlsaison (Juni bis August). Mit Netzstrom zu 38 Cent kostet das 205 Euro. Mit Solarstrom für 10 Cent nur 54 Euro — eine Ersparnis von rund 150 Euro pro Jahr allein für die Kühlung. Wird die Klimaanlage ganzjährig auch zum Heizen genutzt, steigt die Einsparung auf bis zu 1.000 Euro jährlich.

Kostenaufteilung: PV Anlage + Klimaanlage (Beispiel Einfamilienhaus)

Kostenaufteilung Gesamtsystem: PV-Anlage 56%, Batteriespeicher 26%, Split-Klimaanlage 13%, Montage Klima 5%

 

Wer bereits eine PV Anlage besitzt, investiert nur noch 2.000 bis 4.000 Euro für die Split-Klimaanlage inklusive Montage. In diesem Fall amortisiert sich die Klimaanlage innerhalb weniger Jahre — vor allem, wenn sie auch in der Übergangszeit als Heizung dient.

Je nach verbauten Komponenten, Stromverbrauch und entsprechender Größe kostet eine PV Anlage unterschiedlich viel. Wenn du wissen willst, was genau eine PV Anlage kostet, erfährst du das in unserem Ratgeber: Solaranlage Kosten: Preise, Förderung & Beispielrechnung

Welche Förderung gibt es 2026 für Klimaanlage und Photovoltaik?

Ein Zuschuss für den Kauf einer Split-Klimaanlage ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) möglich. Voraussetzung: Sie wird  vorrangig als Heizung genutzt. In diesem Fall wird das Gerät als Luft-Luft-Wärmepumpe eingestuft.

Fördermöglichkeiten im Überblick

Förderbaustein Zuschuss Voraussetzung
Basisförderung 30 % Nutzung als Heizung (Luft-Luft-WP)
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Austausch einer fossilen Heizung
Einkommensbonus +30 % Haushaltseinkommen < 40.000 € brutto
Maximale Förderung bis zu 70 % Alle Boni kombiniert
Förderfähige Kosten max. 30.000 € Pro erste Wohneinheit

Wichtige Voraussetzungen

Zwei Punkte, die du unbedingt beachten musst: Erstens muss der Förderantrag bei der KfW gestellt werden, bevor du den Auftrag an den Fachbetrieb vergibst. Wer zuerst beauftragt und dann den Antrag stellt, verliert den Förderanspruch. Zweitens muss die Split-Klimaanlage als Heizung genutzt werden — eine reine Kühlanlage wird nicht gefördert.

Laut der aktuellen BEG-Richtlinie können Eigenheimbesitzer für eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten erhalten — maximal bis zu 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Voraussetzung ist, dass die Anlage als Luft-Luft-Wärmepumpe zum Heizen eingesetzt wird.

Hast du gewusst, dass du die Klimaanlage in der Übergangszeit als effiziente Heizung nutzen und damit sogar doppelt profitieren kannst? Kühlung im Sommer, Wärme im Frühling und Herbst — und das mit Solarstrom.

Split-Klimaanlage vs. klassische Luft-Wärmepumpe

Wer über die BEG-Förderung nachdenkt, vergleicht häufig auch die Funktion mit einer klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe. Technisch und finanziell sind das zwei sehr unterschiedliche Welten: Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion arbeitet als Luft-Luft-Variante. Sie ist deutlich günstiger, deckt aber nur einzelne Räume ab.

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Kennzahlen für 2026 gegenüber.

Kennzahl Split-Klimaanlage (Luft-Luft-WP) Luft-Wasser-Wärmepumpe
Investition EFH (vor Zuschuss) 1.500–9.000 € (Single- bis Multi-Split) 20.000–35.000 € (komplett, ohne Heizungserneuerung)
SCOP-Wert (typischer Bereich) 4,0–5,4 (Topgeräte ca. 5,1) 3,8–4,8 (bei Vorlauftemperatur 35 °C)
Heizleistung 2,5–7,0 kW pro Innengerät 8–12 kW (typische EFH-Auslegung)
Einsatzgrenze Außentemperatur bis −15 °C (Premium bis −25 bis −30 °C) bis −20 °C (Bivalenzpunkt typ. −5 bis −9 °C)
Geeignet für Einzelne Räume oder Ergänzungsheizung Vollheizung des gesamten Hauses

Die Split-Klimaanlage ist also kein Ersatz für eine vollständige Hauswärmepumpe, sondern eine günstige Ergänzung — ideal in der Übergangszeit oder als Zweitheizung in einzelnen Räumen. Wer das Haus rein elektrisch und ganzjährig heizen möchte, kommt um eine klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht herum.

Schritt für Schritt — So planst du dein System richtig

Innerhalb von 5 Jahren ist die Produktion von Klimaanlage um 75% angestiegen (Statistisches Bundesamt, 2025). Mit einer guten Planung holst du das Maximum aus deiner Investition und kannst deine Anlage gegebenenfalls sogar mit Strom aus deiner PV Anlage betreiben.

  • Kühlbedarf ermitteln: Bestimme zunächst, welche Räume du kühlen möchtest. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Raumfläche benötigst du etwa 100 Watt Kühlleistung. Ein 30 Quadratmeter großes Wohnzimmer braucht also rund 3.000 Watt (3 kW) Kühlleistung. Berücksichtige dabei große Fensterflächen, die Dachgeschoss-Lage und die Ausrichtung des Raums.
  • PV Anlage dimensionieren: Hast du noch keine Photovoltaikanlage? Dann plane sie so, dass sie deinen gesamten Haushaltsstrom abdeckt — nicht nur die Klimaanlage. Für ein Einfamilienhaus sind 8 bis 10 kWp ein guter Richtwert. Damit bleibt auch an bewölkten Tagen genug Leistung für die Klimaanlage übrig.
  • Passende Split-Klimaanlage wählen: Achte auf einen SEER-Wert von mindestens 6,1 (Energieeffizienzklasse A++) — besser sind Geräte mit SEER 8 oder höher. Modelle mit dem natürlichen Kältemittel R290 sind umweltfreundlicher und ab 2025 vermehrt verfügbar. Wichtig: Split-Klimaanlagen dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben installiert werden.
  • Fachbetrieb beauftragen: Lass dir Angebote von regionalen Fachbetrieben erstellen, die sowohl PV Anlagen als auch Klimatechnik installieren. So erhältst du ein aufeinander abgestimmtes System aus einer Hand. Ein erfahrener Installateur stimmt die Klimaanlage auf deine PV Anlage ab — inklusive smarter Steuerung, die den Eigenstrom bevorzugt nutzt.
  • Förderantrag stellen: Falls du die Klimaanlage auch als Heizung nutzen möchtest: Stelle den BEG-Förderantrag bei der KfW, bevor du den Auftrag vergibst. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel einige Wochen. Erst nach der Förderzusage darfst du den Fachbetrieb beauftragen.

Lohnt sich eine Klimaanlage mit Photovoltaik wirklich?

Der Klimaanlagenmarkt in Deutschland wächst rasant. Allein 2024 stieg die Produktion um 92 % auf 317.000 Geräte (Statistisches Bundesamt, 2025). Immer mehr Menschen in Deutschland investieren in Klimatechnik und in Kombination mit Solarstrom wird diese Technik besonders Wirtschaftlich

Die eigentliche Stärke dieser Kombination zeigt sich erst im Gesamtbild. Eine Split-Klimaanlage mit Photovoltaik ist nicht nur eine Kühlanlage — sie ist ein ganzjähriges Energiesystem. Im Sommer kühlt sie mit überschüssigem Solarstrom und erhöht den Eigenverbrauch. In der Übergangszeit heizt sie als Luft-Luft-Wärmepumpe einzelne Räume. Und im Winter ergänzt sie die Hauptheizung an milden Tagen.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 8 kWp

Position Wert
PV Anlage 8 kWp + 10 kWh Speicher ~19.000 €
Split-Klimaanlage inkl. Montage ~3.000 €
Gesamtinvestition ~22.000 €
Jährliche Stromersparnis (Haushalt + Klima) ~1.800–2.200 €
Amortisation 10–12 Jahre
Restlaufzeit nach Amortisation 15–20 Jahre kostenloser Strom

Eine PV Anlage mit 8 kWp und 10 kWh Speicher amortisiert sich bei 70 % Eigenverbrauch innerhalb von 10 bis 12 Jahren. In den folgenden 15 bis 20 Jahren erzeugt sie kostenlosen Strom. Eine Klimaanlage erhöht den Eigenverbrauchsanteil zusätzlich und verkürzt damit die Amortisationszeit der gesamten Anlage.

Klingt nach einer langen Amortisationszeit? Bedenke, dass Solarmodule eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren haben. Nach der Amortisation produzierst du über ein Jahrzehnt lang kostenlosen Strom für die Klimaanlage und beziehst vergleichsweise wenig Strom aus dem Netz.

Amortisationszeit der Klimaanlage

Die Tabelle oben betrachtet das sektorengekoppelte Gesamtsystem aus PV Anlage, Speicher und Klimaanlage. Bei alleiniger Betrachtung der Kosten für die Klimaanlage  – etwa weil eine PV Anlage bereits existiert – amortisiert sich diese deutlich schneller:

Szenario Investition Förderung Effektivkosten Jährliche Ersparnis Amortisation
Ohne BEG-Förderung 3.500 € 0 € 3.500 € ~700 €/Jahr ca. 5,0 Jahre
Mit Basisförderung (30 %) 3.500 € 1.050 € 2.450 € ~700 €/Jahr ca. 3,5 Jahre
Mit maximaler Förderung (70 %) 3.500 € 2.450 € 1.050 € ~700 €/Jahr ca. 1,5 Jahre

Die jährliche Ersparnis von rund 700 € setzt sich zusammen aus etwa 250 € Kühlbetrieb im Sommer und 300 bis 500 € Heizbetrieb in der Übergangszeit, sofern der Strom überwiegend aus der eigenen Solaranlage stammt. Die maximale Förderquote von 70 % erreichst du nur, wenn alle Boni greifen: Klimageschwindigkeitsbonus (Heizungstausch), Einkommensbonus (zu versteuerndes Einkommen unter 40.000 €) und iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan vor Auftragsvergabe). Die genauen Voraussetzungen prüft die KfW im Antragsverfahren.

 

Fazit: Solarstrom und Klimaanlage: Eine Kombination, die sich rechnet

Eine Klimaanlage mit Photovoltaik zu betreiben, ist eine der sinnvollsten Möglichkeiten, den eigenen Solarstrom im Sommer zu nutzen. Die zeitliche Übereinstimmung von Erzeugungs- und Verbrauchskurve macht diese Kombination einzigartig wirtschaftlich.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Solarstrom kostet rund 10 ct/kWh statt 36–40 ct/kWh Netzstrom — das spart bis zu 80 % Betriebskosten
  • Bereits 2–3 kWp PV-Leistung reichen für eine kleine Split-Klimaanlage
  • Die Klimaanlage steigert den PV-Eigenverbrauch im Sommer erheblich
  • Wenn sie heizen kann, wird sie mit bis zu 70 % gefördert
  • Die Gesamtinvestition amortisiert sich je nach Anbieter in 10 bis 12 Jahren

Du möchtest wissen, wie eine Klimaanlage mit deiner bestehenden oder geplanten PV Anlage zusammenpasst? Lass dich von einem enerix-Fachpartner in deiner Region kostenlos und unverbindlich beraten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Klimaanlage mit einem Balkonkraftwerk betreiben?

Ein Betrieb ist meist nicht zuverlässig möglich, da Split-Klimaanlagen 1.000 bis 2.500 Watt benötigen, während Balkonkraftwerke maximal 800 Watt liefern. Das Balkonkraftwerk deckt somit nur einen Bruchteil des Strombedarfs ab. Für einen vollständigen Betrieb ist eine Dachanlage mit mindestens 2 bis 3 kWp erforderlich.

Wie viel Strom verbraucht eine Split-Klimaanlage pro Tag?

Bei durchschnittlicher Nutzung von 8 Stunden pro Tag verbraucht eine moderne Split-Klimaanlage mit Inverter-Technologie zwischen 4 und 12 kWh. Geräte mit einem SEER-Wert von 8 oder höher liegen am unteren Ende. Laut Stiftung Warentest benötigen gute Splitgeräte über eine gesamte Sommersaison rund 100 kWh.

Funktioniert die Klimaanlage auch abends ohne Sonne?

Ja — mit einem Batteriespeicher. Überschüssiger Solarstrom vom Tag wird zwischengespeichert und abends für die Klimaanlage genutzt. Ein 10-kWh-Speicher versorgt eine Split-Klimaanlage problemlos 4 bis 6 Stunden nach Sonnenuntergang. Ohne Speicher bezieht die Anlage automatisch Strom aus dem Netz.

Kann eine Split-Klimaanlage auch heizen?

Ja. Moderne Split-Klimaanlagen arbeiten als Luft-Luft-Wärmepumpen und können sowohl kühlen als auch heizen. Geräte mit SCOP-Werten über 5,0 heizen effizient und sind als Ergänzung zur Hauptheizung in der Übergangszeit besonders wirtschaftlich. In Kombination mit PV sinken die Heizkosten nochmals deutlich.

Gibt es Förderung für eine Klimaanlage mit Photovoltaik?

Für die Klimaanlage allein gibt es keine direkte Förderung. Wird die Split-Klimaanlage jedoch zum Heizen eingesetzt, sind über die BEG-Förderung Zuschüsse von bis zu 70 % möglich. Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe bei der KfW gestellt werden.

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