Förderungen von Photovoltaikanlagen und Stromspeicher

PV Förderung in Deutschland und Österreich

Die Investitionen in erneuerbare Energietechnik, wie Photovoltaikanlagen und Solarstromspeicher werden in Deutschland und Österreich über verschiedene Landes- oder Bundesgesetze gefördert. Aber nicht in allen Fällen ist die Nutzung einer Förderung sinnvoll, da teilweise gewisse Verpflichtungen mit der Förderung für den Betreiber verknüpft werden.

Sie erhalten hier eine Übersicht über die wichtigsten Förderungen in beiden Ländern:

Förderung von Photovoltaikanlagen 2018 in Deutschland

Erneuerbare Energien Gesetz

In Deutschland erhält man keine direkte Förderung für Photovoltaikanlagen. Die Investition der Anlagen wird indirekt über eine garantierte Einspeisevergütung für die Laufzeit von 20 Jahren abgesichert. 

Das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG) ist das entscheidene Instrument zur Förderung von sogenannten erneuerbaren Energien, wie Wind-, Sonnenenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie in Deutschland. Seit der Änderung des Stromeinspeisungsgesetzes 1991, das als Vorreiter des EEG gilt, stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stark an. Insbesondere mit Inkrafttreten des EEG am 01. April 2000 hat für einen regelrechten Boom gesorgt. Nachdem die erneuerbaren Energien 2010 einen Anteil von ca. 17 Prozent am Stromverbrauch hatten, wurden 2011 bereits 20 Prozent und im ersten Halbjahr 2012 sogar 25 Prozent überschritten.

Investitionssicherheit für die Anlagenbetreiber

Jede Kilowattstunde, die z.B. aus einer Photovoltaikanlage oder aus anderen erneuerbaren Energie-Anlagen erzeugt kommt, muss vom regionalen Stromnetzbetreiber abgenommen und vergütet werden. Betreiber erhalten 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung für ihren eingespeisten Strom. Eine Belastung der Staatskasse liegt nicht vor. Die Förderung der erneuerbaren Energien wird durch eine Stromverbrauchsumlage, die jeder Stromverbraucher mit seiner Stromrechnung begleicht, umgesetzt. Diese Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen den Vergütungszahlungen für EEG-Strom und den Erlösen, die durch den Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse erzielt werden. Der resultierende Betrag wird nun auf alle Stromkunden gemäß Ihres Stromverbrauchs umgelegt. Anders als bei fossilen Energien wie Kohle, Gas, etc. kommen keine versteckten Folgekosten für Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden dazu.

Die Förderung der erneuerbaren Energien ist wichtig und richtig

Im EEG wird ein Gesamtausbauziel für die geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 Gigawatt (GW) verankert. Im Gegenzug bleibt der jährliche Ausbaukorridor in der Höhe von 2.500 – 3.500 Megawatt (MW) bestehen. Bisher wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 32 GW errichtet. Ist das Gesamtausbauziel erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Einspeisevorrang bleibt aber für zusätzliche neue Anlagen auch danach gesichert. 

Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom laut EEG

Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen gemäß dem erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Aktuell gültige Vergütungssätze in Cent*.

* Die Höhe der Degression hängt vom Zubau ab. Die Degressionsschritte werden alle drei Monate angepasst und in Monatsschritten umgesetzt. Die erste zubauabhängige Anpassung erfolgte am 1. November 2012 aufgrund des Zubaus in den Monaten Juli bis September 2012.

Förderungen von Stromspeicher 2018 in Deutschland

Bundesweite Förderung über das KfW 275 Programm

Seit 1. März 2016 gibt es das neue Programm zur Förderung von Stromspeichern. Mit 30 Mio. Euro bis Ende 2018 werden so Investitionen in Solarstromspeicher, die in Verbindung mit einer PV-Anlage installiert und an das elektrische Netz angeschlossen werden, gefördert.

 

Die Förderhöhe hängt von der Größe der Photovoltaikanlage und den Anschaffungskosten des Speichersystems ab. Ab dem 1.1.2018 bis zum 31.12.2018 wird dien Investition mit 10 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Dabei wird unterschieden, ob der Speicher gleichzeitig mit einer Photovoltaikanlage installiert oder zu einer bestehenden Photovoltaikanlage mit Errichtungsdatum nach dem 31. Dezember 2012 nachgerüstet wird.
Die maximal förderfähigen Kosten liegen bei 2.000€ bei der kombinierten Variante und bei maximal 2.200 € bei der Nachrüstung.

Voraussetzungen für die Förderung

Der Betreiber der Photovoltaikanlage verpflichtet sich, die Einspeiseleistung seiner Photovoltaikanlage auf 50 Prozent der Anlagenleistung auf die Laufzeit von 20 Jahre zu reduzieren. Der restliche Strom ist nicht verloren, sondern kann direkt selbst verbraucht oder mithilfe des Solarstromspeichers für die spätere Nutzung zwischengespeichert werden. Der Hersteller muss einer Zeitwertgarantie von 10 Jahren bieten.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zu 100% der förderfähigen Nettoinvestitionskosten können finanziert werden.
  • Laufzeiten von bis zu 5 Jahren (1 tilgungsfreies Anlaufjahr), bis zu 10 Jahren (2 tilgungsfreie Anlaufjahre) oder bis zu 20 Jahren mit 3 tilgungsfreien Anlaufjahren und in diesem Fall einer technisch und wirtschaftlicher Lebensdauer des Batteriespeicher von 10 Jahren.
  • Bis 10 Jahre Kredit-Laufzeit wird der Zinsatz für die gesamte Laufzeit festgeschrieben.
  • Bei mehr als 10 Jahren Laufzeit Zins-Festschreibung entweder für ersten 10 Jahre oder die gesamte Kreditlaufzeit.
  • Die KfW Förderung für den Batteriespeicher wird mit einem kundenindividuellen Zinssatz zugesagt, der die Bonität berücksichtig. Bankübliche Sicherheiten sind zu stellen.
  • Die Förderung wird zu 100% ausgezahlt und ist in einer Summe oder Teilbeträgen abrufbar bis 12 Monate nach Kredit-Zusage für den Batteriespeicher.
  • Kredittilgung in gleichen vierteljährlichen Raten

Empfehlung zur Speicherförderung

Trotz dieser augenscheinlich lukrativen Förderung empfehlen wir aufgrund der Förderungsvoraussetzungen die Installation ohne Förderung. Die technischen Maßnahmen und die Reduzierung der Einspeiseleistung heben die Förderung auf.


Speicherförderung einzelner deutscher Bundesländer

Bayern - 10.000 Dächer-Förderprogramm

Das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie fördert mit dem "10.000 Dächer-Förderprogramm" insbesondere Privathaushalte bei der energetischen Sanierung. Die Stromspeicher Förderung selbst ist Bestandteil der Aktion „EnergieSystemHaus". Mit einem Technikbonus wird der Einsatz eines innovativen Heiz-/Speicher-Systems mit Energiemanagementsystem gefördert, das die Speicherung von Energie sowie die Flexibilisierung des Energiebezugs ermöglicht. So soll der Energiebezug aus dem öffentlichen Stromnetzen reduziert werden bzw. die Bewohner sich sogar selbst versorgen können. Voraussetzung für die Förderung ist das Erreichen eines gewissen KfW-Effizienzhaus-Niveaus (bei Sanierung: KfW-Effizienzhaus Niveau 115, beim Neubau: KfW-Effizienzhaus-Niveau 55). Je nach gewähltem Heiz-/Speicher-System liegt der Förderbetrag je Wohneinheit bei 1.000 bis 9.000 Euro.

Sachsen - Förderung der sächsischen Aufbaubank

Innerhalb des Förderprogramms "Innovative dezentrale Stromerzeugung und –speicherung" fördert der Freistaat Sachsen seit 2013 über die Sächsische Aufbaubank (SAB) dezentrale Stromspeicher. Die Förderhöhe muss mindestens 2.000 Euro betragen und richtet sich nach der Höhe der aus der Investition resultierenden CO2-Einsparungen. Pro Tonne eingesparter CO2-Emissionen vergütet die SAB 500 Euro, wobei hier noch ein Korrekturfaktor angesetzt wird. Mit einem Stromspeicher müssen demnach mindestens 20 Tonnen CO2 eingespart werden, um die Basisförderhöhe zu überschreiten. Zudem muss das Stromspeichersystem in der Lage sein auch am Regelenergiemarkt teilzunehmen.

Der enerix Service für eine einfache ÖMAG-Antragsstellung am 12. März 2018.
Wir helfen Dir weiter bei der Beantragung der Förderung.

Photovoltaik- und Speicherförderung in Österreich

In Österreich hat sich 2018 einiges bei der Förderung von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern geändert. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für eine Förderung: die Tarifförderung mit Investitionsförderung 2018 sowie den Investitionszuschuss für PV-Anlage und Stromspeicher 2018. 

Die Tarifförderung gilt für Photovoltaik-Anlagen größer 5 bis 200 kWp, die ausschließlich an oder auf einem Gebäude angebracht sind. Der Einspeisetarif für Ökostrom aus Photovoltaikanlagen beträgt 7,91 Cent pro  kWh.

Als Investitionsförderung für die Errichtung wird für Anlagen bis 100 kWp zusätzlich ein Betrag in Höhe von maximal 250 Euro pro kWp gewährt, und für Anlagen von mehr als 100 kWp bis zu 500 kWp maximal 200 EUR pro kWp; die Höhe des Zuschusses ist mit 30 Prozent der direkten Errichtungskostenbegrenzt.  

Anders als in der Vergangenheit wird bei der Tarifförderung erstmalig nicht der Zeitpunkt der Anmeldung entscheidend sein, sondern die Reihung erfolgt nach dem angegebenen Eigenversorgungsanteil. Je höher der Eigenversorgungsanteil ist, desto weiter vorne wird der Antrag im Förderkontingent eingereiht.

Der Eigenversorgungsanteil ist dabei nicht mit dem Eigenverbrauch zu verwechseln. Der Eigenversorgungsanteil ist der Anteil der Anlagenkapazität, für den keine Tarifförderung beantragt wird. Der Eigenverbrauch dagegen, ist die erzeugte elektrische Energie, die tatsächlich nicht ins Netz eingespeist wird. Bei der neu aufgesetzten Förderung wird nur der angegebene Prozentsatz des eingespeisten Stroms, eben die Kapazität abzüglich des Eigenversorgungsanteils vergütet. Anlagen, die auf einer Freifläche errichtet werden, sind nicht mehr förderfähig.

Beispiel: Bei 80 Prozent solarer Eigenversorgung gibt es geförderte Vergütung für 20 Prozent. Speisen Sie tatsächlich mehr ein, dann erhalten Sie dafür den üblichen Marktpreis. Dieser wird jedes Quartal angepasst und lag in Österreich im vierten Quartal 2017 bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Betreiber, die auf Investitionsförderung und/oder Tarifförderung setzen, müssen ihre Photovoltaik-Anlagen nach den gesetzlichen Vorgaben innerhalb von neun Monaten nach Förderzusage errichten. Der Förderantrag muss in jedem Fall vor Beginn der Anlagenerrichtung eingereicht werden.


Daneben gibt es in Österreich noch einen zweiten Fördertopf, den Investitionszuschuss für Photovoltaikanlage und Stromspeicher, der für 2018 mit 15 Millionen Euro gefüllt ist. Es ist die erste bundesweite Förderung für Stromspeicher in Österreich. Start der Förderung ist der 12. März 2018. Neben den Regularien der Förderbeantragung sind zusätzlich technische Voraussetzungen gefordert, die vor dem 12. März beim zuständigen Energieversorger beantragt werden müssen. Die Förderstelle fordert hierüber einen schriftlichen Nachweis vom Antragsteller. Dein enerix Partner kümmert sich rechtzeitig um diese Beantragung. Gefördert werden:

  • Photovoltaikanlagen zwischen 1 und 500 kWp, wobei die PV-Anlage auch größer gebaut werden kann, die Förderung ist aber auf 500 kWp gedeckelt. Der Fördersatz beträgt bei einer Anlage bis 100 kWp: 250 Euro pro kWp und über 100 bis 500 kWp: 200 Euro pro kWp. Maximal jedoch 30 Prozent der Anschaffungskosten.
  • Stromspeicher mit einem Verhältnis zwischen 0,5 und 10 kWp pro Kilowattpeak Photovoltaik-Leistung. Der Investitionszuschuss beträgt bei Stromspeichern 500 Euro pro kWh.

Beispiel: Bei einer Photovoltaik-Anlage mit 8 kWp Leistung ist damit ein Speicher zwischen 4 und 80 kWh förderfähig. 

Von dem gesamten Fördertopf sind sechs Millionen Euro für die Speicherförderung vorgesehen. Mehr Infos zur Förderung unter: 

Unabhängig davon gibt es nach wie vor in eigenen Bundesländern Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, die jedes Bundesland individuell gestaltet.