Stromspeicher mit Notstromversorgung

Anfang Januar 2026 waren Berliner Stadtteile vier Tage ohne Strom. Eine PV Analge schaltet in solchen Fällen ab. Warum das so ist erfährst und wie ein Stromspeicher mit Notstromversorgung helfen kann, erfährst du im Ratgeber.

Haus im dunkeln mit Notstrom durch Stromspeicher

45.000 Haushalte ohne Strom. Vier Tage im Dunkeln. Keine Heizung, kein warmes Wasser, keine Internetverbindung. Was Anfang Januar 2026 in Berlin nach einem Brandanschlag auf eine Stromleitung passiert ist, zeigt: Auch in Deutschland ist die Stromversorgung nicht selbstverständlich.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik kannst du dich schützen. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Stromausfall schaltet eine netzparallele Photovoltaikanlage ohne Notstromversorgung aus Sicherheitsgründen ab
  • Versorgung gelingt nur mit Speicher samt Not- oder Ersatzstromfunktion.
  • Ersatzstrom mit solarer Nachladung lädt den Speicher bei Netzausfall weiter über PV
  • Die Mehrkosten für Ersatzstromfähigkeit starten bei 3.000 €

Stromversorgung bei Stromausfall oder Blackout

Als Betreiber einer PV-Anlage machst du dich weitestgehend vom öffentlichen Netz unabhängig. Kommt es aber zu einem Stromausfall, bist du nicht automatisch abgesichert. Um das zu verstehen, muss die Physionomie der Photovoltaikanlage genauer betrachtet werden:

Erzeugt deine PV Anlage Strom, dann kannst du den Großteil selbst nutzen und den Rest ins Netz einspeisen. Ist es mal bewölkter, beziehst du mehr Strom aus dem Netz. Damit das reibungslos funktioniert, muss deine Anlage mit dem Netz verbunden sein. Kommt es also zu einem Stromausfall wird deine Anlage provisorisch abgeschaltet. Der Grund: Aus Sicherheitsgründen müssen PV-Anlagen vom Netz getrennt werden, damit Techniker gefahrlos Reparaturen durchführen können  (Netz- und Inselnetzschutz). 

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Der Grund zur Sorge vor einem Blackout ist hierzulande eigentlich unbegründet. Einen flächendeckenden Ausfall der deutschlandweiten Stromversorgung gab es noch nie. Die durchschnittliche Ausfallzeit eines Stromausfalls beträgt hierzulande gerade mal 15 Minuten pro Jahr. 

Was passiert bei einem Stromausfall in deinem Haus?

Ein Stromausfall kann deinen Alltag ganz schön durcheinanderbringen. Das größte Problem ist oft die Heizung: Ohne Strom funktionieren weder Steuerung noch Pumpen, und die Wärmeversorgung stoppt. Besonders im Winter kann das schnell unangenehm werden. Bereits ein paar Stunden ohne Strom reichen aus, dass dein Haus auskühlt. Auch die Telefonanlage und dein WLAN-Router fallen aus – das bedeutet, du hast weder Internet noch Festnetztelefonie. Ein Stromspeicher mit Not- oder Ersatzstromfunktion könnte dir in solchen Momenten helfen, die wichtigsten Geräte weiter zu betreiben.

Notstromversorgung
Was ist der Unterschied zwischen Stromausfall und Blackout?

Ein Stromausfall ist die kurzweilige Unterbrechung der Versorgung mit elektrischer Energie. Bei einem Blackout fällt der Strom nicht nur bei dir zuhause oder in einem Bereich des Stromnetzes aus, sondern in einem großräumigen Gebiet.

Mehr zum Thema Blackout und der Stabilität unseres Stromnetzes findest du in unserem Ratgeber: „Blackout in Deutschland“.

Was passiert bei Stromausfall mit meinem Speicher?

Standardmäßig schalten die meisten PV-Speicher bei Stromausfall ab. Mit einem notstromfähigen Wechselrichter und ausreichend dimensioniertem Speicher kann das System jedoch als Notstromquelle dienen. Das bedeutet: Sofern die Sonne scheint und deine PV Anlage weiter Strom produziert, kann dein Speicher geladen werden. Schaltet die PV Anlage in die Notstromfunktion, so koppelt sie sich eigenständig vom Netz ab, um überschüssigen Strom nicht abzugeben. Sie funktioniert dann praktisch wie einen Inselanlage.

Ist der Speicher einmal leer oder die Sonne untergegangen, fährt die Funktion runter und startet bei Sonneneinstrahlung automatisch wieder.

„Im Standardfall geht ein PV-Speicher bei Stromausfall aus und kann nicht genutzt werden. Über eine einfach Erweiterung der PV-Anlage kann eine Ersatzstromfunktion installiert werden, sodass sich die PV-Anlage vom Netz abkoppelt und komplett eigenständig funktioniert“

Hat jeder Stromspeicher eine Notstomfunktion?

Nicht alle PV Anlagen bleiben bei einem Stromausfall angeschaltet. Standard-Anlagen schalten sich bei Netzausfall ab – selbst wenn die Sonne scheint und der Speicher geladen ist. Fällt der Strom aus, tut es auch der Stromspeicher und er kann die Geräte nicht versorgen.

Die Lösung: Nur Anlagen mit spezieller Ersatzstromfunktion versorgen dein Haus auch bei Stromausfall weiter. 

Notstrom bei der PV Anlage nachrüsten

Soll bei Stromausfall das Haus weiterhin mit Strom versorgt werden, so muss ein System mit Ersatzstromfunktion nachgerüstet installiert werden. Dabei gibt es zwei Ansätze:

  1. Ersatzstromversorgung ohne solare Nachladung
    Die Nachrüstung eines Systems ohne solare Nachladung und ein System mit solarer Nachladung. Ein Speicher mit der Lösung ohne solare Nachladung ermöglicht es, bei Ausfall des öffentlichen Stromnetzes das Haus mit der gespeicherten Energie beschränkt weiter zu versorgen. Das Haus wird vom öffentlichen Stromnetz getrennt. Der Strombezug wird auf den hausinternen Batteriespeicher umgeschaltet. Bei dieser Lösung ist die verfügbare Leistung auf die zu diesem Zeitpunkt gespeicherte Energie beschränkt.
  2. Ersatzstromversorgung mit solarer Nachladung
    Nicht alle ersatzstromfähigen Speicher werden bei Stromausfall durch die Photovoltaikanlage weiterhin geladen. Hierzu benötigt man einen Stromspeicher mit Ersatzstromversorung plus solarer Nachladung.
    Nur bei diesen Stromspeichern werden die Batterien durch die Photovoltaikanlage und Sonneneinstrahlung wieder geladen. Mit einem dreiphasigen Ersatzstrom lässt sich so das gesamte Haus zuverlässig weiter versorgen, bis das Netz wieder verfügbar ist.
HerstellerNotstromfunktionArt d. NotstromversorgungSolare NachladungZusätzliche Hardware nötig?Kosten (~ €)
BYD + Fronius / SMAJaErsatzstrom + solare NachladungJaWechselrichterabhängig~ 2.000–3.000
E3/DCJaErsatzstrom mit NachladungJa (integriert)NeinInklusive
SolaXJaErsatzstrom, abhängig vom WRTeilweiseJa (EPS-Box o.ä.)~ 1.500
FENECONJaErsatzstrom, bei Home Pro mit NachladungJa (nur Pro-Serie)Ja~ 2.000
M-TECJaErsatzstromfähig (mit Backup-Box)JaJa~2.000
SENECEingeschränktNotstromsteckdose / ErsatzstromNeinJa~ 1.000–2.000
SigenergyJaErsatzstrom mit NachladungJaNeinInklusive

Notstrom, Ersatzstrom und Inselbetrieb: Die entscheidenden Unterschiede

Die Begriffe werden im Marketing oft wild durcheinandergewürfelt, beschreiben technisch aber völlig unterschiedliche Szenarien. Bevor du eine Kaufentscheidung triffst, musst du wissen, welchen Grad an Absicherung du wirklich benötigst. Nicht jeder Speicher kann eine Wärmepumpe betreiben, und nicht jede „Notstromsteckdose“ versorgt den Kühlschrank.

Es gibt im Wesentlichen drei Abstufungen der Versorgungssicherheit, die sich in Kosten und Installationsaufwand stark unterscheiden. Hier ist der schnelle Überblick für deine Entscheidung:

FeatureBasis-NotstromFull Back-Up (Ersatzstrom)Inselbetrieb
VersorgungsumfangEinzelne Steckdose am GerätGanzes Haus (alle Phasen)Keine Verbindung zum Netz
AktivierungManuell oder AutomatischAutomatischPermanent
LeistungBegrenzt (z.B. 3 kW)Hoch (ganzes Haus)Sehr hoch (Autarkie)
InstallationsaufwandGeringMittel bis HochSehr Hoch
KostenNiedrig (oft integriert)Mittel (Zusatz-Hardware nötig)Hoch (Spezialkomponenten)
Typische AnwendungHandy laden, LampeHerd, Licht, KühlschrankAlmhütte, Ferienhaus

Basis-Notstrom: Die einzelne Steckdose am Speicher

Dies ist die einfachste Variante. Am Wechselrichter oder Speicher befindet sich eine dedizierte Steckdose (oder ein einzelner Stromkreis). Fällt das Netz aus, kannst du hier manuell Geräte einstecken.

  • Vorteil: Sehr kostengünstig und oft ab Werk vorhanden.
  • Nachteil: Dein Hauslicht bleibt aus, die Heizung läuft nicht weiter. Es ist eine reine „Notlösung“ für Kleingeräte.

Full Back-Up (Ersatzstrom): Das ganze Haus weiter versorgen

Hierbei wird bei Netzausfall das komplette Hausnetz weiter versorgt. Eine automatische Umschalteinrichtung trennt das Haus vom Netz und der Speicher übernimmt die Versorgung aller drei Phasen.

  • Vorteil: Maximaler Komfort. Du merkst den Stromausfall kaum.
  • Nachteil: Höhere Kosten für die Umschaltbox und komplexere Installation im Zählerschrank.

Inselbetrieb: Komplette Autarkie ohne Netzanschluss

Ein echtes Inselsystem ist gar nicht erst an das öffentliche Stromnetz angeschlossen (Off-Grid). Dies ist in Deutschland bei Wohnhäusern selten, da eine hundertprozentige Versorgung im Winter extrem große Speicher und PV-Flächen erfordert.

  • Vorteil: Keine Stromrechnung, keine Grundgebühr.
  • Nachteil: Enorme Investitionskosten und Risiko von Versorgungsengpässen im Winter.

Fazit: Notstromversorgung ist keine Selbstverständlichkeit

Wenn es zu einem Stromausfall kommt und die PV Anlage abschaltet, stehen Haushalte ohne Ersatzstromfunktion schnell im Dunkeln. Die Folgen eines längerfristigen Ausfalls hat der Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang 2026 gezeigt. PV Anlagen mit Ersatzstromfunktion können solche Phasen überbrücken und dafür sorgen, dass die wichtigsten Verbraucher im Haus nach wie vor funktionieren. Dennoch: Eine Ersatz- oder Notstromfunktion bei der eigenen PV Anlage nachzurüsten, mag sinnvoll klingen, ist jedoch auch ein teureres Unterfangen. Notstromaggregate für die PV-Anlage können je nach Modell bis zu 10 % der Anlagenkosten betragen. Daher sollte im Vorhinein eine gründliche Abwägung stattfinden.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Stromspeicher und Notstrom

Ein flächendeckender Blackout ist extrem unwahrscheinlich, da die durchschnittliche Ausfallzeit in Deutschland bei lediglich 15 Minuten pro Jahr liegt. Während ein echter Blackout bisher nie auftrat, sind lokale Stromausfälle über Stunden oder Tage möglich.

Die Überbrückungszeit eines Hausspeichers liegt bei einem 10-kWh-Modell und sparsamer Nutzung typischerweise zwischen 24 und 48 Stunden. Da eine vierköpfige Familie im Schnitt 13 kWh am Tag verbraucht, ist eine Reduktion auf essenzielle Geräte wie Kühlschrank und Licht zwingend erforderlich. Im Sommer ermöglicht die solare Nachladung oft eine autarke Versorgung über mehrere Tage hinweg.

Die Heizung fällt aus, weil wesentliche Komponenten wie die Steuerungselektronik, die Zündung und die Umwälzpumpen auf eine Stromzufuhr angewiesen sind. Ohne Elektrizität kann der Brennvorgang nicht gestartet und das erwärmte Wasser nicht durch die Heizkörper transportiert werden. Dies betrifft nahezu alle modernen Heizungstypen, inklusive Gas-, Öl- und Wärmepumpensysteme.

Ein PV-Speichersystem für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Ersatzstromfunktion im Durchschnitt etwa 25.000 €. Die spezifischen Mehrkosten für die Ersatzstromfähigkeit belaufen sich dabei auf rund 3.000 €. Trotz dieser Zusatzinvestition verlängert sich der Zeitraum bis zur Amortisation der Gesamtanlage lediglich um etwa ein Jahr.

Nein – Standard-PV-Anlagen schalten sich bei Stromausfall aus Sicherheitsgründen automatisch ab, um das öffentliche Netz zu schützen. Eine Weiterversorgung ist nur mit speziellen Hybrid-Wechselrichtern und einem Batteriespeicher mit Ersatzstromfunktion möglich. Diese Komponenten ermöglichen die Bildung eines autarken Inselnetzes unabhängig vom Stromanbieter.

Die Größe sollte sich primär an der Leistung kritischer Geräte orientieren, statt die gesamte Anlage unwirtschaftlich für seltene Winter-Extremfälle zu dimensionieren. Eine großzügig ausgelegte PV-Fläche ist dabei wichtiger als die reine Speicherkapazität, um die Nachladung auch bei wenig Sonne zu sichern. Identifizieren Sie vorab die wichtigsten Verbraucher, um ein optimales Verhältnis zwischen Kosten und Versorgungssicherheit zu finden.

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