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EEG-Osterpaket – Mogelpackung oder sinnvolle Gesetzesänderung?

Das sogenannte Osterpaket vom Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist aktuell in aller Munde. Doch wer als Eigenheimbesitzer mit dem Gedanken spielt eine Photovoltaikanlage zu installieren und auf eine finanzielle Förderung gehofft hat, wird enttäuscht sein. Eigenheimbesitzer, die ihren Solarstrom selbst verbrauchen sind beim Osterpaket nicht berücksichtigt.

Mit dem Osterpaket (Energiesofortmaßnahmenpaket) will die Bundesregierung Deutschland unabhängiger von russischen Energieimporten und fossilen Rohstoffen machen. Bis 2035 soll die Stromversorgung nahezu komplett aus erneuerbaren Energien erfolgen. Das Osterpaket ist im Jahr 2022 ein riesiger Maßnahmenkatalog zum Ausbau von Windenergie und der Förderung der Photovoltaik. In der Grafik sieht man wie riesig der PV-Zubau jährlich sind muss um die Ziele zu erreichen. Das dreifache des aktuellen Zubaus.

Veränderung der Einspeisevergütung

Eine höhere Einspeisevergütung gegenüber den bisherigen EEG-Vergütungssätzen erhalten Betreiber von Photovoltaikanlagen, die ihren Strom voll ins Netz einspeisen. Anlagenbetreiber die ihren Solarstrom teilweise selbst verbrauchen, erhalten die gleiche Einspeisevergütung wie bisher. Die voraussichtlichen Einspeisevergütungen für Volleinspeiser liegen bei rund 14 Ct/kWh bei PV-Anlagen bis 10 kWp und bei 11 Ct/kWh bei Anlagen zwischen 11 und 40 kWp.

Zusätzlich will die Koalition die EEG-Umlage zum 01.07.2022 abschaffen, die alle Stromverbraucher für jede verbrauchte Kilowattstunde gezahlt haben. Sie sinkt damit von bisher 3,72 ct/kWh auf 0 ct/kWh.

Für welche Variante - Volleinspeisung oder Eigenverbrauch – sollte man sich entscheiden?

Pauschal können wir unseren Kunden keine Empfehlung geben für welche Variante sie sich entscheiden sollten. Anhand von drei Beispielen möchten wir das Thema etwas verdeutlichen.

Generell wird mit dieser Gesetzesänderung die Installation von Photovoltaikanlagen auch wieder auf Gebäuden mit großen Dachflächen und geringem (Eigen)verbrauch, wie beispielsweise Lagerhäuser oder landwirtschaftlich genutzten Gebäuden, interessant. Hier war in den vergangenen Jahren ein wirtschaftlicher Betrieb einer Photovoltaik, aufgrund des sehr unwesentlichen Eigenverbrauchs und der geringen Einspeisevergütung nicht möglich. In solchen Fällen raten wir unseren Kunden heute zur Volleinspeisung. In manchen Fällen könnte man sogar, die Anlage aufteilen: eine größere PV-Anlage mit Volleinspeisung und eine zweite kleine Anlage für den Eigenverbrauch.

Typische Einfamilienhäuser mit einem jährlichen Strombedarf zwischen 3.500 und 10.000 Kilowattstunden, bei denen der jährliche Stromverbrauch und die Stromproduktion in einem sinnvollen Verhältnis stehen und der Eigenverbrauch hoch ist, ist nach wie vor die Eigenverbrauchslösung sinnvoll. Beim jährlichen Stromverbrauch sollten dabei Eigenheimbesitzer auch den Energiebedarf künftiger Verbraucher, wie die Wärmepumpe oder das Elektroauto berücksichtigen. Hier empfehlen wir, die vorhandene Dachfläche maximal zu nutzen und eine Photovoltaikanlage als Eigenverbrauchsanlage inklusive Stromspeicher zu errichten.

Besitzer von Einfamilienhäusern mit einem eher geringen jährlichen Strombedarf und damit einem geringen Eigenverbrauch, beispielsweise Ferienhausbesitzer, empfehlen wir dagegen eine Volleinspeiseanlage

Ab wann sind die Maßnahmen aus dem Osterpaket gültig?

Die Neuerungen werden nun im Bundestag beraten und sollen noch im Juli dieses Jahres in Kraft treten. Vor allem aber forderte die FDP einige Nachbesserungen. Denn manche sind der Meinung, dass die gesetzten Ziele nicht realistisch sind – nicht mit diesen Maßnahmen. Daher ist zu erwarten, dass es noch einige Änderungen geben wird.

Fazit zum Osterpaket

Photovoltaikanlagen auf privaten Einfamilienhäusern haben sich durch den hohen Eigenverbrauch schon immer gerechnet. Der hohe und sicherlich weiter steigende Strompreis ist die beste Förderung. Besitzer von großen Dachflächen werden mit der Gesetzesänderung wieder motiviert, ihre bisher ungenutzten Dachflächen für die solare Energieproduktion. Schön wäre es noch, wenn endlich ein sinnvolles Mieterstrommodell verabschiedet wird, damit auch Mieter Solarstrom nutzen können.

Überblickspapier Osterpaket:

www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/0406_ueberblickspapier_osterpaket.pdf