Förderungen

von Photovoltaik- und Stromspeicheranlagen

Die Investitionen in erneuerbare Energietechnik, wie Photovoltaikanlagen und Solarstromspeicher werden in Deutschland und Österreich über verschiedene Landes- oder Bundesgesetze gefördert. Aber nicht in allen Fällen ist die Nutzung einer Förderung sinnvoll, da teilweise gewisse Verpflichtungen mit der Förderung für den Betreiber verknüpft werden.

Sie erhalten hier eine Übersicht über die wichtigsten Förderungen in beiden Ländern:

Gesetz zur Förderung von Photovoltaikanlagen in Deutschland

Erneuerbare Energien Gesetz

In Deutschland erhält man keine direkte Förderung für Photovoltaikanlagen. Die Investition der Anlagen wird indirekt über eine garantierte Einspeisevergütung für die Laufzeit von 20 Jahren abgesichert. 

Das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG) ist das entscheidene Instrument zur Förderung von sogenannten erneuerbaren Energien, wie Wind-, Sonnenenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie in Deutschland. Seit der Änderung des Stromeinspeisungsgesetzes 1991, das als Vorreiter des EEG gilt, stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stark an. Insbesondere mit Inkrafttreten des EEG am 01. April 2000 hat für einen regelrechten Boom gesorgt. Nachdem die erneuerbaren Energien 2010 einen Anteil von ca. 17 Prozent am Stromverbrauch hatten, wurden 2011 bereits 20 Prozent und im ersten Halbjahr 2012 sogar 25 Prozent überschritten.

Investitionssicherheit für die Anlagenbetreiber

Jede Kilowattstunde, die z.B. aus einer Photovoltaikanlage oder aus anderen erneuerbaren Energie-Anlagen erzeugt kommt, muss vom regionalen Stromnetzbetreiber abgenommen und vergütet werden. Betreiber erhalten 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung für ihren eingespeisten Strom. Eine Belastung der Staatskasse liegt nicht vor. Die Förderung der erneuerbaren Energien wird durch eine Stromverbrauchsumlage, die jeder Stromverbraucher mit seiner Stromrechnung begleicht, umgesetzt. Diese Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen den Vergütungszahlungen für EEG-Strom und den Erlösen, die durch den Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse erzielt werden. Der resultierende Betrag wird nun auf alle Stromkunden gemäß Ihres Stromverbrauchs umgelegt. Anders als bei fossilen Energien wie Kohle, Gas, etc. kommen keine versteckten Folgekosten für Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden dazu.

Die Förderung der erneuerbaren Energien ist wichtig und richtig

Im EEG wird ein Gesamtausbauziel für die geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 Gigawatt (GW) verankert. Im Gegenzug bleibt der jährliche Ausbaukorridor in der Höhe von 2.500 – 3.500 Megawatt (MW) bestehen. Bisher wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 32 GW errichtet. Ist das Gesamtausbauziel erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Einspeisevorrang bleibt aber für zusätzliche neue Anlagen auch danach gesichert. 

Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom

Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen gemäß dem erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Aktuell gültige Vergütungssätze in Cent*:

Inbetriebnahme

bis 10 kWp

10 kWp   
bis 40 kWp    
40 kWp
bis 500 kWp  

Nicht Wohngebäude
im Außenbereich

ab 01.05.201612,3111,9710,718,53
ab 01.06.201612,3111,9710,718,53
ab 01.07.201612,3111,9710,718,53
ab 01.08.201612,3111,9710,718,53
ab 01.09.201612,3111,9710,718,53

(Quelle: Bundesnetzagentur)

Hinweis:

  • Bis 10 kWp: Ab dem 01. April 2012 werden 100 Prozent des erzeugten Stroms vergütet.
  • Von 10 kWp bis 1 MWp: Ab dem 1. Januar 2014 werden maximal 90 Prozent des erzeugten Stroms vergütet. Der Rest kann direkt selbst genutzt, gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt verbraucht oder frei vermarktet werden. Der Eigenverbrauchsbonus entfällt.

* Die Höhe der Degression hängt vom Zubau ab. Die Degressionsschritte werden alle drei Monate angepasst und in Monatsschritten umgesetzt. Die erste zubauabhängige Anpassung erfolgte am 1. November 2012 aufgrund des Zubaus in den Monaten Juli bis September 2012.

Förderungen von Solarstromspeicher in Deutschland

Bundesweite Förderung über das KfW 275 Programm

Seit 1. März 2016 gibt es das neue Programm zur Förderung von Photovoltaik-Solarstromspeichern. Mit 30 Mio. Euro bis Ende 2018 werden so Investitionen in Solarstromspeicher, die in Verbindung mit einer PV-Anlage installiert und an das elektrische Netz angeschlossen werden, gefördert.

Das Wichtigste in Kürze

  • ab 1,00 % effektiver Jahreszins
  • auch zur Speichernachrüstung von Photovoltaikanlagen, die nach 31.12.2012 in Betrieb gingen
  • günstiger Kredit mit Tilgungszuschuss
  • Laufzeit und Zinsbindung bis zu 20 Jahre möglich

Die Förderhöhe hängt von der Größe der Photovoltaikanlage und den Anschaffungskosten des Speichersystems ab. Je nach Installationszeitpunkt wird zwischen 25 und 10 Prozent (siehe Tabelle) der förderfähigen Kosten bezuschusst. Dabei wird unterschieden, ob der Speicher gleichzeitig mit einer Photovoltaikanlage installiert oder zu einer bestehenden Photovoltaikanlage mit Errichtungsdatum nach dem 31. Dezember 2012 nachgerüstet wird. Die maximal förderfähigen Kosten liegen bei 2.000€ bei der kombinierten Variante und bei maximal 2.200 € bei der Nachrüstung, jeweils multipliziert mit prozentualen Faktor aus der Tabelle.

Faktor für Förderung von Speicher

Antragszeitraum                   Förderung
01.03.2016 – 30.6.201625%
01.07.2016 - 31.12 201622%
01.01.2017 - 30.06.201719%
01.07.2017 - 31.12 201716%
01.01.2018 - 30.06.201813%
01.07.2018 - 31.12 201810%

Voraussetzungen für die Förderung

Der Betreiber der Photovoltaikanlage verpflichtet sich, die Einspeiseleistung seiner Photovoltaikanlage auf 50 Prozent der Anlagenleistung auf die Laufzeit von 20 Jahre zu reduzieren. Der restliche Strom ist nicht verloren, sondern kann direkt selbst verbraucht oder mithilfe des Solarstromspeichers für die spätere Nutzung zwischengespeichert werden. Der Hersteller muss einer Zeitwertgarantie von 10 Jahren bieten.


Speicherförderung einzelner deutscher Bundesländer

Bayern - 10.000 Dächer-Förderprogramm

Das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie fördert mit dem "10.000 Dächer-Förderprogramm" insbesondere Privathaushalte bei der energetischen Sanierung. Die Stromspeicher Förderung selbst ist Bestandteil der Aktion „EnergieSystemHaus". Mit einem Technikbonus wird der Einsatz eines innovativen Heiz-/Speicher-Systems mit Energiemanagementsystem gefördert, das die Speicherung von Energie sowie die Flexibilisierung des Energiebezugs ermöglicht. So soll der Energiebezug aus dem öffentlichen Stromnetzen reduziert werden bzw. die Bewohner sich sogar selbst versorgen können. Voraussetzung für die Förderung ist das Erreichen eines gewissen KfW-Effizienzhaus-Niveaus (bei Sanierung: KfW-Effizienzhaus Niveau 115, beim Neubau: KfW-Effizienzhaus-Niveau 55). Je nach gewähltem Heiz-/Speicher-System liegt der Förderbetrag je Wohneinheit bei 1.000 bis 9.000 Euro.

Sachsen - Förderung der sächsischen Aufbaubank

Innerhalb des Förderprogramms "Innovative dezentrale Stromerzeugung und –speicherung" fördert der Freistaat Sachsen seit 2013 über die Sächsische Aufbaubank (SAB) dezentrale Stromspeicher. Die Förderhöhe muss mindestens 2.000 Euro betragen und richtet sich nach der Höhe der aus der Investition resultierenden CO2-Einsparungen. Pro Tonne eingesparter CO2-Emissionen vergütet die SAB 500 Euro, wobei hier noch ein Korrekturfaktor angesetzt wird. Mit einem Stromspeicher müssen demnach mindestens 20 Tonnen CO2 eingespart werden, um die Basisförderhöhe zu überschreiten. Zudem muss das Stromspeichersystem in der Lage sein auch am Regelenergiemarkt teilzunehmen.

Österreichweite Förderungen für Photovoltaik bis 5 kWp

Förderpauschalen:

  • 275 Euro/kWp für freistehende Anlagen und Aufdachanlagen (max. jedoch 35 % der anerkennbaren Investkosten)
  • 375 Euro/kWp für gebäudeintegrierte Anlagen (max. jedoch 35 % der anerkennbaren Investkosten)

Förderdetails:

  • Gefördert werden private PV-Anlagen mit einer Leistung bis max. 5 kWp
  • Errichtungszeit 12 Wochen ab Registrierung; spätestens jedoch bis 8. März 2017 (wenn Registrierung am 14. Dezember 2016 erfolgte)
  • Förderung von Gemeinschaftsanlagen: Mind. 2 Wohn- bzw. Geschäftseinheiten. Max. 5 kWp/Person; max. 30 kWp in Summe; jeder Beteiligte muss separaten Förderantrag stellen
  • Ein Antragsteller kann die Förderung für mehrere PV-Anlagen an verschiedenen Standorten beantragen (nicht aber am selben Standort)
  • Kombination mit anderen Bundes- bzw. Landesförderungen nicht möglich (keine Doppelförderung der Anlagen) – Nur der nicht geförderte Anteil darf von einer zweiten Stelle gefördert werden (außer die zweite Förderstelle negiert eine Anschlussförderung)
  • Weiterhin sind nur 5 kWp einer Anlage förderbar. Erweiterung von bestehenden Anlagen werden nicht gefördert.
  • Errichtung der Anlage erst nach erfolgter Registrierung – ansonsten Verlust der Förderung

Ausführliche Informationen und den ausführlichen Förderleitfaden erhalten Sie bei Ihrem enerix-Fachbetrieb.

So erhalten Sie die Förderung: 

  • Planen Sie zusammen mit dem enerix-Fachbetrieb Ihre Anlage
  • enerix beantragt in Ihrem Auftrag einen Zählpunkt bei zuständigen Netzbetreiber
  • Sie erhalten mit der Registrierung die Bestätigung, dass das Fördergeld für Ihre Anlage 12 Wochen lang reserviert ist.
  • Sie errichten die Anlage und erhalten die Förderung. Wird die Anlage nicht innerhalb der 12 Wochen abgerechnet, erlischt der Anspruch auf Förderung für dieses Jahr.

 Auf Grund der Umsetzungsfrist von 12 Wochen ist es wichtig, entweder bei der Registrierung bereits alle notwendigen Bescheide vorzulegen, oder sie rechtzeitig zu erhalten, damit die Anlage innerhalb von 12 Wochen nach der Registrierung errichtet werden kann. Ansonsten erlischt der Förderantrag.

Quelle: pvaustria